Nahe Säntis: Bauer stellt ohne Bewilligung 30m-Windrad auf
Bauer Toni Fritsche hat in Schlatt AI ein Windrad ohne Baubewilligung aufgestellt. Nun will er die Anlage nachträglich bewilligen lassen.
00:00 / 00:00
Das Wichtigste in Kürze
- Landwirt Toni Fritsche hat in Schlatt AI ein Windrad ohne Baubewilligung aufgestellt.
- Er will die Anlage nachträglich bewilligen lassen und dafür tatsächliche Messwerte liefern.
- Bei einer Ablehnung will er mit Medien und Unterschriftensammlungen Druck aufbauen.
Fast 30 Meter hoch ist das Windrad, das Landwirt Toni Fritsche auf seinem Hof in Schlatt AI aufgestellt hat.
Zusammengesetzt aus zwei ausrangierten Anlagen, liefert es inzwischen Strom. Eine Baubewilligung hat Fritsche allerdings nicht, wie die «Appenzeller Zeitung» berichtete.
Nau.ch hat den Bauern am Freitag auf seinem Hof besucht.
Jahrelange Besprechungen mit den Behörden
«Das ist sehr dumm gelaufen», erzählt Strom-Landwirt Fritsche.
Und erklärt: «Wir haben im Jahr 2011 eine Baubewilligung erhalten. Wollten dann noch eine Projektänderung machen, die allerdings abgelehnt wurde.»
Vor vier Jahren habe er erneut ein Projekt eingereicht und zwei Jahre lang mit der Baubehörden besprochen.
Dann hätte es geheissen: Das Problem sei, dass es zu laut sei beim Haus. Die Anlage mache ein Geräusch von 27 Dezibel.
Deshalb habe Fritsche beschlossen, das Windrad aus Occasion-Teilen erst einmal aufzustellen. Anschliessend wolle er mit den tatsächlichen Messwerten erneut ein Baugesuch einreichen.

Bewilligung? «Müssen sie uns geben»
Nun steht das Windrad seit drei Wochen. Beim Besuch am vergangenen Freitag kündigt Fritsche an: «Ich gehe noch heute aufs Büro, um die Bewilligung einzuholen. Wenn es zeitlich nicht reicht, dann spätestens am Montag.»
Und wenn die Behörde die Bewilligung verweigert? «Die müssen sie uns geben. Man kann nicht die ganze Zeit über die Folgen des Klimawandels wie die Trockenheit jammern und dann nichts unternehmen.»
«Ich will meine Hausaufgaben selber machen»
Sollten die Behörden trotzdem auf stur schalten, «würden wir versuchen, es via Messanlage anzumelden. Dafür erhält man die Bewilligung automatisch für zwei Jahre», erklärt der Strom-Landwirt.
Nützt auch das längerfristig nichts, will er den Druck auf die Behörden via Medien und mit Unterschriftensammlungen verstärken.

Seine Motivation erklärt der umweltbewusste Bauer so: «Ich will meine Hausaufgaben selber machen. Ich will nicht abhängig sein von anderen Leuten.»
Er mache solche Projekte nicht von einem Tag auf den anderen. Er mache sich viele Gedanken, was zu ihm passe. «Von anderen Leuten abschauen: Das will ich nicht.»











