Nach Felssturz: Auch hinter dem Oeschinensee bröckelt ein Berg
Am Wochenende versetzte ein Felssturz über dem Oeschinensee Touristen in Panik. Doch auch der Berg daneben bröckelt. Ist das gefährlich?
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Das Wichtigste in Kürze
- Über dem Oeschinensee brach am Wochenende ein Teil eines Berggipfels ab.
- Touristen filmten das Spektakel im Berner Oberland und hatten Panik.
- Auch ein Berg hinter dem See bröckelt, wie Nau.ch-Aufnahmen zeigen.
- Alpinexperten sagen, ob das Wandern dort nun gefährlich ist.
«Ich ass gerade mein Rohschinken-Silserli, als ich es plötzlich knacken hörte.» Nau.ch-Leserin Lisa B. (39) geht vor einer Woche wandern. In Adelboden im Berner Oberland steigen sie und ihr Partner kurz vor Mittag zum Bunderspitz empor. Doch was sie dort auf 2500 Metern erwartet, gibt ihnen ein mulmiges Gefühl.
«Am Berg gegenüber, dem Chlyne Lohner, rutschte immer wieder etwas Geröll herunter. Alle zwei Minuten hörte man es», erzählt die Zürcherin.
Kein lautes Donnern, aber ein immer wiederkehrendes Rutschen. Von blosssem Auge erkennt sie nur etwas aufgewirbelten Staub. «Das Rutschgeräusch des Gerölls aber machte mir Sorgen.»
Wanderern ist vor dem Abstieg mulmig
Denn das Duo, das ab und zu «z’Berg gaht», fragt sich: «Kracht uns auf dem Weg ins Tal, wenn wir am Chlyne Lohner vorbei müssen, plötzlich Steinschlag auf den Kopf?»

Hinter dem Berg donnert Fels runter
Hinter dem Chlyne Lohner liegt der «Spitze Stei» des Bergdorfes Kandersteg. Und der bröckelt schon seit sieben Jahren. 18 Millionen Kubikmeter Geröll drohen hier ins Tal zu stürzen. Falls das passiert, könnten Murgänge und Hochwasser folgen, die das Dorf Kandersteg treffen würden.

Wie ernst die Lage hier ist, zeigte sich gerade erst am Wochenende. Ein Felssturz direkt über dem Oeschinensee versetzte Touristen in Panik.
Die Gemeinde Kandersteg beschwichtigt: Man sah den Abbruch kommen, wie tatsächlich bereits Tage davor auf der Webseite zu lesen war. Das Geröll, das runterkam, stammt von einem gekippten Block im Gipfelbereich. Die dabei entstandene Staubentwicklung sei erwartet gewesen.
Trotzdem machen sich Hobby-Wanderer nun Sorgen, ob sie nun noch ohne Bedenken in die Berge können.
Doch auch die Alpinschule Adelboden Kandersteg nimmt die Situation entspannt. «Der Chlyne Lohner ist bekannt für sein brüchiges Gestein», heisst es auf Anfrage. Das sei ein ganz natürlicher Prozess. «Überall wo Geröllfelder sind, kamen schon mal Steine runter und werden auch noch weitere kommen.»
Zwar sei man nie risikolos, aber man könne das Risiko minimieren. «Wenn man dort durchgeht und nicht biwakiert (im Freien übernachtet, Anm. d. Red.), Pause macht, ist das Risiko gering, dass man von einem Stein getroffen wird.»
Lisa B. zieht es weiterhin in die Berge. «Ich informiere mich aber vorher genau, wo man hin darf.»








