Nach 50 Jahren: Ehering sitzt fest – Juwelier muss ihn zerschneiden

Simon Ulrich
Simon Ulrich

Bern,

Ein zu enger Ring kann im schlimmsten Fall Gewebe und Nerven schädigen. Eine Handchirurgin erklärt, bei welchen Warnzeichen es schnell gehen muss.

00:00 / 00:00

Der Ring des Rentners sass immer enger, bis er sich gar nicht mehr lösen liess. Also musste der Juwelier ihn durchtrennen. - Instagram/@juwelier_linschmann

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Mann trug seinen Ehering 50 Jahre, bis er feststeckte.
  • Der Ring musste schliesslich von einem Juwelier durchtrennt werden.
  • Ein zu enger Ring kann Blutfluss, Nerven und Gewebe gefährden.

50 Jahre lang trägt ein Mann seinen Ehering am Finger. Doch mit der Zeit verändert sich seine Hand, die Finger werden breiter. Der Ring sitzt immer enger – bis er sich schliesslich gar nicht mehr abziehen lässt.

Den kuriosen Fall schildert ein deutscher Juwelier auf Instagram. Am Ende muss der Ring durchtrennt werden. «Hände verändern sich im Laufe eines Lebens», mahnt der Bijoutier. Wer merke, dass ein Ring zunehmend drücke oder einschneide, solle deshalb nicht zu lange warten.

Denn ein zu enger Ring kann mehr als nur unangenehm sein. Im schlimmsten Fall wird er zum medizinischen Notfall.

Das erklärt Esther Vögelin, Handchirurgin am Berner Inselspital, gegenüber Nau.ch. Gefährlich werde es insbesondere dann, wenn der Finger anschwillt und der Ring ihn abschnürt.

Dann könne zunächst der Abfluss von Blut und Lymphflüssigkeit behindert werden. Später könne auch die arterielle Durchblutung leiden. «Unbehandelt kann dies zu Haut- und Gewebeschäden oder Nervenkompressionen mit Gefühlsstörungen und Taubheit führen.»

Bei Verfärbung und Taubheit nicht warten

Betroffene sollten deshalb auf bestimmte Warnzeichen achten. Dazu gehören laut Vögelin zunehmende Schmerzen und Schwellungen sowie ein blauer, blasser oder kalter Finger.

Auch Taubheitsgefühle, Kribbeln oder eine eingeschränkte Beweglichkeit seien ernst zu nehmen. «Bei diesen Warnzeichen muss der Ring rasch entfernt werden.»

Esther Vögelin
Esther Vögelin ist Chefärztin Handchirurgie und Chirurgie der peripheren Nerven an der Klinik für Plastische und Handchirurgie am Berner Inselspital. - Inselspital

Solche Situationen kommen laut der Handchirurgin auch im medizinischen Alltag vor. Wie häufig, lasse sich allerdings nicht beziffern.

Bei starker Abschnürung und entsprechenden Schmerzen muss der Finger zunächst betäubt werden. Anschliessend wird der Ring mit einem speziellen Instrument durchtrennt.

Entscheidend sei, bei Durchblutungs- oder Gefühlsstörungen nicht zuzuwarten.

Nicht mit Gewalt am Ring ziehen

Sitzt ein Ring fest, soll man ihn laut Vögelin nicht mit Gewalt abziehen oder ständig weiterdrehen. Stattdessen empfiehlt sie, die Hand hochzulagern, um die Schwellung zu reduzieren.

Auch vorsichtiges Kühlen könne helfen. Eis dürfe dabei nicht direkt auf die Haut gelegt werden, sondern müsse in ein Tuch gewickelt werden.

Ist dir schon einmal ein Ring so eng geworden, dass du ihn kaum noch abbekommen hast?

Zusätzlich könne versucht werden, den Ring mit Seife, Öl, Vaseline oder Gleitmittel behutsam zu entfernen.

«Gelingt dies nicht rasch oder nimmt die Schwellung zu, ist zwingend ärztliche Hilfe angezeigt», sagt Vögelin.

Bei starken Schmerzen, einer schnell zunehmenden Schwellung, Verfärbungen, Kältegefühl oder Taubheit gilt laut Vögelin: Sofort auf die Notfallstation. In einer akuten Notsituation soll die Nummer 144 gewählt werden.

Mehr zum Thema:

Kommentare

User #6771 (nicht angemeldet)

50 Jahre Knast wer will so was ?

User #6771 (nicht angemeldet)

SEI FROH IST ER WEG ! Wobei das Geld Auch !

Weiterlesen

a
20 Interaktionen
«Bequem»
Notfall
50 Interaktionen
Nationalrat war dafür

MEHR AUS STADT BERN

YB
Samstag um 18 Uhr
Lenny Rubin
Nach vier Spielen
Kanton Bern
2 Interaktionen
Kanton Bern
3 Interaktionen
7 statt 5?