Moderne Handbremsen: Immer weniger Autos fürs Lernfahren erlaubt

    Etienne Sticher
    Etienne Sticher

    Bern,

    Weil immer mehr Autos moderne Handbremsen haben, sind sie nicht mehr zulässig für Lernfahrten. SVP-Egger will das Problem angehen.

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    Immer mehr Autos haben moderne Parkbremsen anstelle klassischer Handbremsen. - pexels

    Das Wichtigste in Kürze

    • Immer mehr Autos verzichten auf eine klassische Handbremse und haben Parkbremsen.
    • Dadurch sind sie nicht mehr zulässig für private Lernfahrten.
    • SVP-Nationalrat Egger und Auto-Schweiz sehen Handlungsbedarf.

    Auf dem Weg zum Führerschein werden viele junge Schweizerinnen und Schweizer von den Eltern begleitet. Sie sitzen auf dem Beifahrersitz und helfen, Sicherheit hinter dem Steuer zu bekommen.

    Wichtig dabei ist, dass sie im Notfall eingreifen können. Deshalb schreibt die Verkehrsregelverordnung VRV vor, dass der Beifahrer die Handbremse leicht erreichen können muss. Doch das wird immer mehr zum Problem, wie «Streetlife» berichtet.

    Denn immer mehr Autos haben keine klassische Handbremse in der Mitte mehr. Teils ist noch eine elektrische Parkbremse in der Mittelkonsole vorhanden, oft ist diese aber auf der linken Seite. Und damit für den Beifahrer unerreichbar.

    Zudem kann die Parkbremse oft mit dem Gaspedal übersteuert werden. In diesem Fall ist das Auto für Lernfahrten ebenfalls nicht zulässig.

    75 Prozent der in der Schweiz vertretenen Automarken verkaufen aber bloss Autos ohne klassische Handbremse. Für Lernfahrten sind sie also nicht zulässig.

    Auto-Schweiz: Haben Astra vor Jahren auf Thema aufmerksam gemacht

    Neu ist das Problem nicht. Thomas Rücker, Direktor des Importeur-Verbands Auto-Schweiz, sagt, man habe das Bundesamt für Strassen vor Jahren auf das Dilemma aufmerksam gemacht. «Das Thema geniesst anscheinend aber keine hohe Priorität.»

    SVP-Nationalrat Mike Egger will das ändern. Er setzt sich stark für die privaten Lernfahrten ein. Denn jede Stunde auf der Strasse helfe, Praxis zu gewinnen und Unfälle zu vermeiden.

    Doch nicht jede Familie könne sich viele teure Fahrstunden mit einem Lehrer leisten. Sind aber immer mehr Fahrzeuge nicht zulässig, müssten sie darauf zurückgreifen.

    SVP-Egger: Vorschrift hält nicht mit Entwicklung Schritt

    Gegenüber «Streetlife» sagt Rücker auch, dass moderne Autos viele Vorteile bieten. Beispielsweise Assistenzsysteme und Bedienkonzepte, um das Fahren sicherer zu machen. «Es wäre widersinnig, wenn Fahrschüler gezwungen wären, auf ältere Fahrzeugtechnologie ausweichen zu müssen.»

    Hat dein Auto noch eine klassische Handbremse?

    Rücker fordert deshalb eine neutralere Formulierung in der Verkehrsregelverordnung: «Ziel muss eine praxistaugliche und technologieneutrale Regelung sein.»

    Auch Egger sieht Handlungsbedarf: «Die bestehende Vorschrift hält mit der technischen Entwicklung nicht mehr Schritt.» Er will die Regelung deshalb prüfen lassen und zieht einen politischen Vorstoss in Betracht.

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