«Mir fehlt Swissness»: So kommen die neuen Banknoten an
Die Schweizerische Nationalbank hat ihre neue Banknotenserie präsentiert. Wie kommen die neuen Nötli an? Nau.ch hat in Zürich nachgefragt.
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Das Wichtigste in Kürze
- Das Design der neuen Banknötli der Schweizerischen Nationalbank ist bekannt.
- Nau.ch hat in Zürich nachgefragt, wie es ankommt.
- Die Meinungen zu den neuen Banknötli gehen auseinander.
Das Lausanner Designbüro Emphase hat den Gestaltungswettbewerb der Schweizerischen Nationalbank (SNB) für die neue Banknotenserie gewonnen. Ihr Entwurf zum Thema «Die Schweiz und ihre Höhenlagen» setzte sich im mehrstufigen Wettbewerb zuletzt gegen fünf weitere Konzepte durch. Dies teilte die SNB am Mittwoch mit.
Die Nationalbank beauftragte nun das Westschweizer Emphase-Team mit der grafischen Entwicklung der zehnten Schweizer Banknotenserie. In ihrem Entwurf zieren auf der einen Seite verschiedene Pflanzen die Banknoten.
Diese Pflanzen sind auf der einen Seite zu sehen
So ziert der Breitwegerich die Zehnernote und soll die Tiefenlagen repräsentieren. Auf der Zwanzigernote ist die eiweissreiche Erbse abgebildet, die das Mittelland verkörpern soll. Die Rotbuche ist auf der Fünfzigernote zu sehen und steht für den Jura. Die Hunderternote präsentiert mit dem Goldhafer die Voralpen.
Das Gebirge ist auf der Zweihunderternote mit dichten Heidelbeersträuchern vertreten. Und der Gletscher-Hahnenfuss ist auf der Tausendernote für das Hochgebirge abgebildet.
Sujets aus Architektur, Kultur, Verkehr und Landschaft auf anderer Seite
Auf der anderen Seite sind es Sujets aus Architektur, Kultur, Verkehr und Landschaft. So sind auf der Zehnernote etwa ein Zug und das CERN abgebildet. Die Zwanzigernote zeigt unter anderem einen Aareböötler sowie Wohnformen in der Stadt und auf dem Land.
Auf der Fünfzigernote ist zum Beispiel die Messstation La Dôle zu sehen, auf der Hunderternote unter anderem eine Seilbahn und eine Alp-Käserei. Eine Steinmauer und der Glacier-Express zieren die Zweihunderternote. Während die Tausendernote etwa die Monte-Rosa-Hütte und das Sphinx-Observatorium auf dem Jungfraujoch zieren.

Doch was halten Schweizerinnen und Schweizer vom Design der neuen Banknoten? Nau.ch hat in Zürich nachgefragt – Die Meinungen gehen auseinander.
«Gewöhnungsbedürftig»
David (46) findet das Design beispielsweise «recht gelungen». Auch Philipp (67) tönt positiv: «Es sieht gut aus!» Da er jedoch nur selten Bargeld dabei habe, falle ihm der Unterschied zu den jetzigen Nötli kaum auf.
Auch Christian (50) gefällt das Design. «Sie sind etwas schlichter als die Aktuellen. Aber ich finde die Grafik sehr gelungen.»
Clara (69) hingegen ist etwas kritischer und sagt: «Irgendwie fehlt mir Swissness.» Ihr fehle ein Schweizerkreuz oder die Helvetia auf den Noten.
«Das Design ist schön – aber gewöhnungsbedürftig», findet Melina (20). Bei den neuen Noten fehle ihr das «Altmodische». Daher gefallen ihr die aktuellen Banknoten besser.
Auffallend: Alle der Befragten geben zu, praktisch nie Bargeld zu nutzen. David fragt daher schmunzelnd: «Wie viel geben wir als Steuerzahler dafür aus? Millionen wahrscheinlich.»
Endgültiges Design noch nicht da
Wie genau sich die finalen Banknoten vom Entwurf unterscheiden werden, ist noch nicht klar. Das endgültige Aussehen der Scheine kann sich nämlich noch deutlich vom Wettbewerbsentwurf unterscheiden.
Über das finale Design entscheidet der Bankrat der SNB. Die Ausgabe der neuen Banknoten wird frühestens Anfang der 2030er-Jahre erwartet.
Am Wettbewerb beteiligten sich ursprünglich mehr als 300 in der Schweiz tätige Gestalterinnen und Gestalter. Die SNB wählte daraus zwölf Konzepte aus, die in mehreren Phasen beurteilt wurden.
Neben einem Expertenbeirat beteiligten sich auch über 100'000 Personen an einer öffentlichen Abstimmung im Sommer 2025. Die zwölf eingereichten Entwürfe werden vom 5. bis 15. März im Forum der SNB an der Fraumünsterstrasse in Zürich ausgestellt.













