Migrationsexperte Gnesa erwartet rasch wachsenden Flüchtlingsstrom

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    Bern,

    Die Schweiz werden laut Migrationsexperte Gnesa im Ukraine Krieg so viele Flüchtlinge wie im Kosovo-Krieg erreichen. Man sei aber besser aufgestellt als damals.

    Der ehemalige Sonderbotschafter für Migration, Eduard Gnesa, ist überzeugt, dass die Schweiz den Flüchtlingsstrom wegen des Ukraine-Krieges bewältigen kann, auch wenn es schwierig werde. (Archivbild)
    Der ehemalige Sonderbotschafter für Migration, Eduard Gnesa, ist überzeugt, dass die Schweiz den Flüchtlingsstrom wegen des Ukraine-Krieges bewältigen kann, auch wenn es schwierig werde. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/MARTIAL TREZZINI

    Das Wichtigste in Kürze

    • Eduard Gnesa spricht von der am schnellsten wachsende Flüchtlingskatastrophe alle Zeiten.
    • Laut dem Migrationsexperte brauchen die Nachbarländer der Ukraine bald Hilfe.
    • Dann sei ein Verteilschlüssel in der EU notwendig.

    Als Folge des Ukraine-Krieges zeichnet sich laut dem Migrationsexperten Eduard Gnesa die am schnellsten wachsende Flüchtlingskatastrophe alle Zeiten ab. Letztmals seien im Kosovo-Krieg ähnlich viele Flüchtlinge in die Schweiz gelangt.

    Wegen des Kosovo-Krieges seien von 1998 bis 1999 etwa 80'000 Flüchtlinge aus dem Balkan in die Schweiz gekommen, sagte Gnesa, ehemaliger Sonderbotschafter für die Migration, in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung». Der Bund rechnet aktuell im Zuge des Ukraine-Krieges mit bis zu 60'000 Flüchtlingen.

    ukraine krieg
    Ukraine Krieg: Ankommende Flüchtlinge in Berlin. (Archivbild) - AFP

    Es sei Polen und weiteren osteuropäischen Staaten hoch anzurechnen, dass sie 1,7 Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen hätten. Er bezweifle aber, dass diese Staaten den Flüchtlingsstrom noch lange bewältigen könnten. Der Zeitpunkt werde kommen, wo ein Verteilschlüssel innerhalb der EU ein Thema werde.

    Die französische EU-Ratspräsidentschaft müsse diese Frage prüfen. Die Schweiz habe zurecht ihre Unterstützung angeboten. Europa könne die Flüchtlingskrise nur gemeinsam bewältigen. Ein völlig eigenständige Migrationspolitik sei eine Illusion. Die Schweiz habe schon bisher beim EU-Programm für Umverteilungen mitgemacht.

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    Die aktuelle Flüchtlingskrise könne die Schweiz bewältigen, auch wenn es schwierig werde. «Mit der Notfallplanung des Bundes und der Kantone, aber auch privaten Unterkünften, sind wir heute besser aufgestellt als während des Kosovo-Krieges», sagte Gnesa, der von 2009 bis 2017 Sonderbotschafter für die Migration war.

    Eine wichtige Rolle werde die Integration spielen. Aus der Ukraine seien sehr viele Frauen geflüchtet. Es sei zu hoffen, dass sie in gewissen Mangelberufen wie in der Pflege oder in der Gastronomie rasch arbeiten könnten. Die Sprache sei jedoch ein Hindernis. Und auch die Qualifikationsnachweise dürften Schwierigkeiten bereiten.

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