In nur 20 Jahren: Mieten sind um 32 Prozent gestiegen
Zwei Drittel der Schweizer Haushalte wohnen zur Miete. Der Mieterverband warnt zum Tag der Mieter: Die Mieten seien in 20 Jahren um 32 Prozent gestiegen.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Mieterverband MVS kritisiert, die Mieten seien seit 2005 um 32,1 Prozent gestiegen.
- Wer bis 4'000 Franken brutto verdient, gibt 37,8 Prozent des Einkommens fürs Wohnen aus.
- Der MVS fordert die Kostenmiete und kritisiert den Gegenvorschlag des Bundesrates.
Der Mieterinnen- und Mieterverband hat zum internationalen Tag der Mieter auf die wachsende Belastung in der Schweiz hingewiesen. Die Mieten seien in 20 Jahren um rund 32 Prozent gestiegen. Der Verband kritisiert Pläne des Bundesrates und fordert Massnahmen.
In keinem anderen europäischen Land leben anteilig so viele Menschen zur Miete wie in der Schweiz. Zwei Drittel der Haushalte seien Miethaushalte, wie der Mieterinnen- und Mieterverband Schweiz (MVS) mitteilte. Anlässlich des internationalen Tages der Mieterinnen und Mieter vom Montag zeigte sich der Verband besorgt über die Lage.
Der Mietpreisindex stieg laut dem Verband von 2005 bis 2025 um 32,1 Prozent. Im selben Zeitraum fielen die Hypothekarzinsen auf ein historisches Tief. Der Referenzzinssatz liege heute bei 1,25 Prozent. Da die Mieten gesetzlich an diesen Zinssatz gebunden seien, hätten viele von ihnen sinken müssen. In der Realität seien sie aber weiter gestiegen.
Besonders Haushalte mit tiefen und mittleren Einkommen spürten die hohe Belastung, so der MVS weiter. Wer ein Bruttoeinkommen von bis zu 4000 Franken habe, gebe davon 37,8 Prozent für das Wohnen aus. Gemäss Daten der OECD zahle in der Schweiz jeder zweite einkommensschwache Mieterhaushalt mehr als 40 Prozent seines verfügbaren Einkommens für die Miete. Gleichzeitig verschwinde günstiger Wohnraum.
Eigentumsverhältnisse haben sich verschoben
Die Eigentumsverhältnisse bei Mietwohnungen hätten sich überdies verschoben. Während im Jahr 2000 noch 57,3 Prozent der Mietwohnungen Privatpersonen gehörten, seien es 2024 noch 43,2 Prozent gewesen. Im selben Zeitraum sei der Anteil von Anlagefirmen von 28,7 auf 44,4 Prozent gestiegen. Diese erzielten hohe Renditen mit Immobilien.
Der MVS fordert deshalb von der Politik ein Umdenken. Unter anderem müsse die sogenannte Kostenmiete durchgesetzt, und missbräuchlich hohe Mieten müssten gesenkt werden.
Zudem brauche es eine schärfere Lex Koller, um das Finanzkapital auf dem Wohnungsmarkt zu bremsen, und es brauche mehr gemeinnützige Wohnungen. Der Verband kritisierte den geplanten Gegenvorschlag des Bundesrates zur Mietpreis-Initiative, da dieser die Mieten noch stärker steigen liesse.








