Mehrere Hilfswerke bestreiten eine Partnerschaft mit Klopapierkönig
Beat Mörker verkauft WC-Papier und inszeniert sich als Wohltäter. Die auf seiner Vereins-Website genannten Hilfswerke bestreiten jedoch eine Zusammenarbeit.

Das Wichtigste in Kürze
- Der «Klopapierkönig» gibt auf seiner Website Partnerschaften mit bekannten Hilfswerken an.
- Unicef, Kinderspitäler und weitere Organisationen dementieren aber eine Zusammenarbeit.
- Eine Absicht, einen falschen Eindruck zu vermitteln, habe nicht bestanden, so der Verein.
Beat Mörker inszeniert sich gerne als grosszügiger Gönner. In einem Video nimmt er einen krebskranken Jungen an der Hand und sagt: «Der grösste Flex ist nicht, wenn du mit dem Ferrari zum Helikopter fährst. Sondern wenn du einem Kind einen Traum erfüllst.» Das Video wurde tausendfach angeschaut.
Der selbsternannte «Klopapierkönig der Schweiz» verdient sein Geld mit Kopierpapier, Handschuhen und vor allem WC-Papier. All dies verkauft über seine Firma Roosa AG.
Daneben gründete er 2024 den Verein Bündnis Kinderschutz, der gegen Mobbing und Gewalt an Kindern kämpfen soll. Auf dessen Website listete Mörker bis vor Kurzem Unicef, die Allianz der Kinderspitäler Schweiz, die Stiftung Krebsforschung Schweiz und Save the Children als Partner auf.
Hilfswerke dementieren
Wie die «Tamedia»-Zeitungen berichten, bestätigt jedoch keine der Organisationen eine Partnerschaft. Unicef-Sprecher Jürg Keim meint etwa: «Es gab zu keinem Zeitpunkt eine inhaltliche oder operative Zusammenarbeit.»
Der Verein habe einmalig gespendet, das Logo sei im Hinblick auf eine in Aussicht gestellte jährliche Unterstützung genutzt worden – die Bedingungen dafür seien nie erfüllt worden. Als das Bündnis Kinderschutz daraufhin kontaktiert wurde, verschwand der Unicef-Schriftzug, aus «Partnerschaften» wurden «Kooperationen».

Auch die Kinderspitäler Schweiz erhielten nur eine Spende über 300 Franken. Geschäftsführer Malte Frenzel sagt: «Der Verein leitet daraus eine Partnerschaft ab. Das ist eine unzulässige Interpretation.» Die Stiftung Theodora traf sich zwar einmal mit dem Verein, eine Zusammenarbeit bestehe aber nicht, so Sprecherin Verena Herger – die Werte würden nicht übereinstimmen.
Fragwürdige Verkaufsmethoden
Seit Mai 2025 hat das Bündnis Kinderschutz mehreren Organisationen einmalige Spenden überwiesen und deutet dies offenbar als Partnerschaften. Im Vorstand sitzt neben Mörker auch der frühere Reality-TV-Detektiv Carsten Stahl, dessen Anti-Mobbing-Methoden Fachleute in Deutschland und Österreich als zu wenig fundiert kritisieren.

Laut eigenen Angaben erhielt der Verein 2025 über 50'000 Franken von der Roosa AG. Das Geld stammt aus Telefon- und Haustürverkäufen, bei denen sich Verkaufspersonal laut mehreren Kundenberichten als Vertreter eines Hilfswerks ausgibt – tatsächlich fliessen pro Packung nur 70 Rappen an den Verein.
Verein weist Täuschungsabsicht zurück
Vereinskassier Stéphane Thommen sagt gegenüber den «Tamedia»-Zeitungen, Bündnis Kinderschutz wolle dort helfen, wo nach eigener Einschätzung am meisten Handlungsbedarf bestehe, der Vorstand prüfe jeden Einzelfall sorgfältig. Kinder würden zudem nur mit Einverständnis der Eltern in sozialen Medien gezeigt.

Die angeblichen Partnerschaften erklärt Thommen damit, dass sein Verein damit «die Verbundenheit mit diesen Organisationen zum Ausdruck bringen» wolle, da man sich gemeinsam für Kinder und Familien einsetze. Eine Absicht, einen falschen Eindruck zu vermitteln, habe nicht bestanden.








