Mit der Premiere von «Madame Butterfly» werden am kommenden Mittwoch die 76. Bregenzer Festspiele eröffnet. Nicht Effekte und Aktion stehen im Vordergrund des Spiels auf dem See, sondern Stimmung und Emotionen.
Die Seebühne bei einer Probe für die Oper «Madame Butterfly». Das Bühnenbild von Michael Levine besteht aus einem 300 Tonnen schweren «Stück Papier».
Die Seebühne bei einer Probe für die Oper «Madame Butterfly». Das Bühnenbild von Michael Levine besteht aus einem 300 Tonnen schweren «Stück Papier». - sda - Keystone/APA/APA/STIPLOVSEK DIETMAR

Das Bühnenbild von Michael Levine besteht aus einem 300 Tonnen schweren «Stück Papier» aus Stahl, Styropor, Holz und Fassadenputz. Zart und verletzlich, zerknüllt und ins Wasser geworfen, stelle es ein «Spiegelbild der Seele» der Madame Butterfly genannten Geisha Cio-Cio-San dar, erklärte Intendantin Elisabeth Sobotka im Vorfeld der Premiere. Vor der Bühne schwimmt ein überdimensionales Papierbötchen im Bodensee.

Giacomo Puccinis «Madame Butterfly» wird zum ersten Mal auf der Seebühne zu sehen sein. Insgesamt 26 Mal steht die populäre Oper in drei Akten auf dem Programm. Das ist nur mit Mehrfachbesetzungen zu bewerkstelligen.

Bei der Premiere am 20. Juli wird Barno Ismatullaeva die Titelrolle singen, als Suzuki stehen Annalisa Stroppa, als Pinkerton Edgaras Montvidas und als Sharpless Brian Mulligan auf der Seebühne. Die musikalische Leitung hat Dirigent Enrique Mazzola, der auch für die Rigoletto-Einstudierung zuständig war.

Die Handlung des 1904 uraufgeführten Liebesdramas konzentriert sich auf die junge Japanerin Cio-Cio-San und den amerikanischen Leutnant Pinkerton. Für Regisseur Andreas Homoki, Intendant des Opernhauses Zürich, ist die Kombination dieser intimen Stimmung mit der grossen Bühne im See kein Widerspruch: «Die emotionale Energie ist immens.» Cio-Cio-San sieht er als «grosse, kompromisslose Heldin. Selbst um den Preis ihres Lebens hält sie an ihrer Würde, ihrer Selbstbestimmung fest.»

Die Bregenzer Festspiele 2022 dauern bis zum 21. August.

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