Linke bildet in Luzerner Stadtregierung neu die Mehrheit
Im Stadtrat in Luzern wird die nächsten Jahre eine linke Mehrheit herrschen. Melanie Setz (SP) verdrängt GLP-Mann Stefan Sägesser aus der Regierung.

Das Wichtigste in Kürze
- Drei von fünf Sitzen im Luzerner Stadtrat werden künftig von linken Parteien besetzt sein.
- Melanie Setz (SP) setzte sich im 2. Wahlgang knapp gegen Stefan Sägesser (GLP) durch.
- Die Grünliberalen sind damit nicht mehr in der Luzerner Exekutive vertreten.
In der Luzerner Stadtregierung hat sich zum 2. Wahlgang eine historische Wende ereignet. Melanie Setz (SP) holte einen der drei noch zu vergebenen Sitze und drängte damit die GLP aus der Exekutive. Künftig hat nun die Linke die Mehrheit im Stadtrat.
Mit 10'126 Stimmen gelang Melanie Setz das drittbeste Resultat, wie am Sonntag im Luzerner Stadthaus verkündet wurde. Stefan Sägesser (GLP) verpasste die Wahl um 1065 Stimmen. «Ich bedaure es sehr, dass wir als GLP nicht mehr dabei sind und ich bedaure es auch für mich persönlich. Ich hätte mir erhofft, dass wir weiterhin eine austarierte Stadtregierung haben», sagte Sägesser gegenüber Keystone-SDA.
Im zweiten Anlauf schaffte auch die bisherige Stadträtin Franziska Bitzi Staub (Mitte) die Wiederwahl. Mit 12'968 Stimmen holte sie sich das beste Wahlresultat. Den zweiten Sitz besetzt Kandidat Marco Baumann (FDP) mit 11'883 Stimmen.
Jungpolitiker scheitern deutlich
Die Wahl verpasst haben Zoé Stehlin (Juso, 7901 Stimmen) und Julian Gerber (Junge Grüne, 7863 Stimmen). Die Stimmbeteiligung lag bei 41,03 Prozent, insgesamt wurden 21'699 gültige Wahlzettel eingelegt.
Im ersten Wahlgang vom 28. April wurden bereits der bisherige Stadtpräsident Beat Züsli (SP) und Korintha Bärtsch (Grüne) in die Stadtregierung gewählt. SP und Grüne verfügen damit neu über eine linke Mehrheit in dem Fünfergremium. Die bürgerlichen Parteien schafften es trotz eines Schulterschlusses nicht, dies zu verhindern.