Liechtenstein erhält bei Hackeruntersuchung Schweizer Unterstützung

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Die Täterschaft hinter dem Cyberangriff in Liechtenstein ist weiterhin unbekannt. Inzwischen ist aber klar: Der Angriff fand auf technisch hohem Niveau statt. Das Fürstentum erhält zur Untersuchung des Vorfalls auch internationale Unterstützung.

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Liechtenstein wurde Opfer eines Cyberangriffes. (Symbolbild) - keystone

Am Dienstag haben Regierungsvertreter des Fürstentums Liechtenstein sowie die Leiter des Amts für Justiz und des Amts für Informatik an einer Medienorientierung über den aktuellen Wissensstand informiert. Die Nachrichtenagentur Keystone-SDA hat zusammengetragen, was inzwischen klar ist – und was nicht.

Das Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen wurde Mitte vergangener Woche Ziel eines digitalen Angriffs. Dabei wurden 31'000 Datenkopien von Gesellschaften, Stiftungen und Treuhänderschaften entwendet. Die bisherigen Untersuchungen zeigen, dass es sich um «einen Angriff auf hohem technischem Niveau auf eine hochkomplexe Infrastruktur» gehandelt hat, wie Regierungschefin Brigitte Haas am Dienstag an einer Medienorientierung erklärte.

Vom Datendiebstahl betroffen sind Namen der Rechtsträger sowie Namen, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit und Wohnsitzstaat der wirtschaftlich berechtigten Personen.

Adressen und Telefonnummern wie auch finanzielle Daten, etwa Umsätze, Vermögen oder Dividenden, sind nicht vom Datendiebstahl tangiert, hiess es am Dienstag vor den Medien. Nach aktuellem Kenntnisstand wurden keine Daten verändert oder gelöscht.

Wie viele der Daten einen Schweizer Bezug haben, konnte an der Medienorientierung noch nicht beantwortet werden. Diese Abklärungen laufen noch immer.

Die Täterschaft ist weiterhin unbekannt. Sowohl staatliche als auch private Täterinnen oder Täter können gemäss aktuellen Informationen nicht ausgeschlossen werden.

Klar ist inzwischen, dass die Täterschaft mittels Einzelanfragen die Daten entwendete. Sie habe sich mehrere Stunden im System aufgehalten. Die vorläufigen Untersuchungsergebnisse zeigen zudem gemäss Haas, dass das Verzeichnis gezielt und isoliert angegriffen wurde. «Weder zu den Servern der Landesverwaltung noch zu weiteren Systemen der Landesverwaltung wurden gemäss aktuellem Kenntnisstand widerrechtliche Zugriffsversuche registriert.»

Neben der Suche nach der Täterschaft gehen die Verantwortlichen der Frage nach, wieso sich diese mehrere Stunden im System aufhalten konnte, ohne dass ein Alarm ausgelöst wurde. Am Wochenende wurde vom Amt für Justiz Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht. Es werden weiterhin digitale Spuren ausgewertet und in Zusammenarbeit mit europäischen Behörden – auch aus der Schweiz – weiterverfolgt. Welche das genau sind, wurde an der Medienorientierung nicht kommuniziert.

Die ersten Untersuchungsergebnisse zeigen, dass das Verzeichnis isoliert angegriffen wurde. Aus Sicherheitsgründen wurden am Montag vorerst weitere sensible Daten vom Netz genommen. Konkret betraf dies das zentrale Kontenregister sowie das zentrale Steuerfachsystem Intax. Bereits am vergangenen Freitag gingen das eMWST-Portal und die elektronische Melde- und Datenaustauschplattform Lides offline. Dabei handle es sich aber um eine reine Vorsichtsmassnahme.

Das Verzeichnis der wirtschaftlich berechtigten Personen wurde in Liechtenstein zur Umsetzung der europäischen Geldwäscherei-Richtlinien eingeführt. Es dient als Instrument zur Verhinderung von Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung. Der Zugriff auf das Verzeichnis ist stark eingeschränkt. Behörden wie die Staatsanwaltschaft, die Landespolizei oder das Landgericht dürfen anlassbezogene Abfragen machen, Banken und Treuhänder erhalten auf Antrag zur Erfüllung der gesetzlichen Sorgfaltspflicht Zugriff.

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Kommentare

User #6480 (nicht angemeldet)

Experten der Ruag? Wir schweizer sind ja experten in dem Bereich IT.

User #5261 (nicht angemeldet)

Das macht ja Mut…von wegen “auf hohem Niveau” - vom Ergebnis her betrachtet ist das die Beerdigung eines Geschäftsmodell in Echtzeit…

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