Die mexikanische Malerin Frida Kahlo (1907-1954) geniesst spätestens seit der Hollywood-Verfilmung mit Selma Hayek in der Hauptrolle (2002) Kultstatus. Eine Ausstellung in Zürich ermöglicht nun Besucherinnen und Besuchern, in ihr Leben und Werk einzutauchen.
Die mexikanische Malerin Frida Kahlo (1931). Foto: epa/efe
Die mexikanische Malerin Frida Kahlo (1931). Foto: epa/efe - dpa-infocom GmbH

Frida Kahlo steht für ein tragisches persönliches Schicksal, wahrgenommen wird sie in enger Verknüpfung mit der Frauenbewegung, ihre Bilder - insgesamt 144, davon 55 Selbstbildnisse - bestechen durch Volkstümlichkeit, überbordende Farben und eine zugängliche Symbolik. Das mögen die Gründe dafür sein, dass sich ein Publikum weit über Museumsmauern hinaus für Kahlo begeistert.

Diese Popularität mag zudem dazu beigetragen haben, dass nun die Lichthalle Maag dazu einlädt, in das Leben und Werk der Künstlerin einzutauchen: «Viva Frida Kahlo - Immersive Experience» heisst die Ausstellung. Sie vermittelt die Künstlerin nicht mit deren Werken an den Wänden, sondern mit Videoprojektionen, Licht- und akustischen Effekten.

Kahlos Bilder würden in den Projektionen lebendig, eine Off-Stimme in der Rolle von Frida Kahlo kommentiere das Geschehen, und ein eigens für die Präsentation komponierter Soundtrack untermale die Inszenierung akustisch, teilt die Lichthalle Maag mit. Immersive Kunst nennt sich dieser Zugang zu Künstlerinnen und Künstlern mithilfe digitaler Mittel.

Frida Kahlo selbst konnte übrigens zu Lebzeiten von solch grosser Popularität nur träumen. Gesundheitlich war sie nach einem Verkehrsunfall in jungen Jahren während ihres ganzen Lebens schwer angeschlagen. Verheiratet war sie mit dem 20 Jahre älteren Maler Diego Rivera, als dessen «Blume am Knopfloch» sie die Biografin Karin Genschof bezeichnet hat.

Wiederentdeckt hat Kahlo erst die Frauenbewegung in den 1970er Jahren. Heute überstrahlt ihr Ruhm den ihres Mannes um ein Vielfaches. Für ihre Bilder werden Millionenbeträge bezahlt. Die mexikanische Regierung hat sie offiziell zu nationalem Kulturgut erklärt.

In ihren Bildern hat Kahlo ihre eigenen Leiden verarbeitet; kleine Symbole weisen häufig auf ihre Wunden hin. In ihren Selbstbildnissen wirkt sie stets ernst, ihr Markenzeichen sind ein Damenbärtchen und, häufig überzeichnet, zusammengewachsene Augenbrauen. Diese Ernsthaftigkeit kontrastiert mit den hellen Farben, den wallenden volkstümlichen Gewändern, die sie trägt sowie exotischen Tieren und Pflanzen. Kahlos Bilder zeigen surrealistische Einflüsse. Sie selbst hat diese Zuschreibung stets abgelehnt.

«Viva Frida Kahlo - Immersive Experience» wird am 22. September erstmals aufgeführt. Für Zürich ist dies im Übrigen nicht die erste immersive Ausstellung: Frida Kahlo folgt auf Van Gogh im vergangenen Jahr sowie Ferdinand Hodler und Gustav Klimt 2019.

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