LGBTIQ*-Menschen in Schweiz nach wie vor diskriminiert

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    Zürich,

    Angehörige sexueller und geschlechtlicher Minderheiten leiden in der Schweiz nach wie von unter Diskriminierung und körperlicher Gewalt.

    Gay Pride
    Zahlreiche Regenbogenfahnen hüllten die Calvinstadt Genf im Juli 2019 ein. (Archivbild) - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • LGBTIQ*-Menschen in der Schweiz leiden nach wie vor unter Diskriminierung.
    • Geschlechtliche Minderheiten leiden deutlich häufiger davon als sexuelle Minderheiten.

    Angehörige sexueller und geschlechtlicher Minderheiten erfahren in der Schweiz nach wie vor soziale Ausgrenzung, körperliche Gewalt und strukturelle Benachteiligung, wie eine Umfrage der Universitäten Zürich und Lausanne zeigt. Das augenfällige Resultat: Geschlechtliche Minderheiten berichteten deutlich häufiger von Diskriminierungen als sexuelle Minderheiten.

    Die Sozialpsychologinnen Tabea Hässler von der Uni Zürich und Léila Eisner von der Uni Lausanne führten im Jahr 2020 eine Umfrage mit 1400 LGBTIQ*- Menschen durch, um deren Sicht auf die momentane politische und gesellschaftliche Lage festzuhalten. Die englische Abkürzung LGBTIQ* steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transmenschen, intergeschlechtliche und queere Menschen. Der Stern dient als Platzhalter für weitere sexuelle und romantische Orientierungen sowie Geschlechtsidentitäten.

    40 Prozent berichten von sexueller Belästigung

    Demnach berichteten 40 Prozent der Studienteilnehmer von sexueller Belästigung. Angehörige geschlechtlicher Minderheiten waren insgesamt doppelt so häufig Opfer von Diskriminierung als Angehörige sexueller Minderheiten, wie die Universität Zürich am Montag mitteilte.

    gleichstellungsgesetz premiere
    Zwei Frauen küssen sich unter einer Regebogenflagge (Symbolbild). - epa

    So berichteten 16 Prozent der geschlechtlichen und 8 Prozent der sexuellen Minderheiten über körperliche Gewalt. Auch soziale Ausgrenzung (55 Prozent und 13 Prozent) sowie strukturelle Benachteiligung (78 Prozent und 40 Prozent) erfuhren geschlechtliche Minderheiten häufiger als sexuelle. Letzteres schliesst zum Beispiel fehlendes Rechte auf Ehe und Adoption ein, die fehlende Möglichkeit, sich in offiziellen Dokumenten als «divers» oder «intergeschlechtlich» einzutragen oder auch fehlende Unisex-Toiletten.

    Diese Unterschiede könnten laut den Studienautorinnen darauf beruhen, dass Angehörige geschlechtlicher Minderheiten kaum öffentlich sichtbar seien und kaum über geschlechtliche Vielfalt gesprochen werde. So gaben die Hälfte der Befragten unter 21 Jahren ebenfalls an, dass die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität in der Schule nicht thematisiert werde.

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