Lausanne budgetiert Defizit von knapp 78 Millionen Franken
Die Stadt Lausanne rechnet für 2027 mit einem Defizit von 77,7 Millionen Franken. Trotz der angespannten Finanzlage will sie 278 Millionen Franken investieren. Unsicherheit bringt insbesondere das jüngste Ja der Waadtländer Stimmbevölkerung zu Steuersenkungen.

Das für 2027 veranschlagte Minus bewegt sich in der Grössenordnung des Budgets 2026, wie die Lausanner Stadtregierung am Dienstag mitteilte. Die bereinigten Ausgaben sollen um 0,9 Prozent und die Einnahmen um 1,3 Prozent steigen.
Gleichzeitig will die Stadt mehrere Leistungen ausbauen. Seit Beginn des Schuljahres 2026 wurden in der familien- und schulergänzenden Betreuung mehr als 200 Plätze geschaffen. Hinzu kommen 90 neue Betreuungsplätze während der Schulferien. Dafür sind insgesamt zwei Millionen Franken vorgesehen.
Im Budget sind 5448 Vollzeitstellen vorgesehen, 46,7 mehr als bisher. Am stärksten ausgebaut werden die Bereiche soziale Sicherheit und Beschäftigung mit 18 zusätzlichen Stellen sowie die Tagesbetreuung mit 16 und die industriellen Betriebe mit 12 zusätzlichen Stellen.
Für Investitionen sind 2027 insgesamt 278 Millionen Franken vorgesehen. Mehr als die Hälfte der Projekte steht im Zusammenhang mit der Klimapolitik. Dazu gehören insbesondere der Ausbau der Fernwärme und Gebäudesanierungen.
Weitere Investitionen sind unter anderem für den öffentlichen Verkehr, den Bahnhof Lausanne und die Anschlüsse an die künftige Metrolinie M3 vorgesehen. «Wir reagieren auf die Bedürfnisse der Bevölkerung und bereiten gleichzeitig die Zukunft vor», sagte Stadtpräsident Grégoire Junod (SP).
Junod bezeichnete die finanzielle Lage der Stadt und der übrigen Waadtländer Gemeinden als unsicher. Grund dafür sei insbesondere das Ja der Stimmbevölkerung vom 27. September zur Initiative für eine Senkung der kantonalen Einkommens- und Vermögenssteuern um 12 Prozent.
Die Initianten hatten im Abstimmungskampf zugesichert, dass die Gemeinden von der Steuersenkung nicht betroffen sein würden. Junod befürchtet jedoch, dass der Kanton insbesondere ab 2028 Kosten auf die Gemeinden abwälzen könnte.
Dies werde die Stadt genau beobachten. Falls nötig, werde Lausanne gemeinsam mit den anderen Gemeinden ihre Interessen verteidigen, sagte Junod.














