Vor einer Woche strahlte «3sat» die Doku «Starke Frauen» aus und erntete Kritik: Es fehle an Gegenstimmen. Die gab es, wurden aber nicht ausgestrahlt.
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Jolanda Spiess-Hegglin und Moderartorin Patrizia Laeri in der Doku «Starke Frauen». - Screenshot 3sat

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Feminismus-Serie «Starke Frauen» flimmerte vor rund einer Woche über die Bildschirme.
  • Noch vor der Erstausstrahlung musste der dreiteilige Film Kritik einstecken.
  • Jetzt wird bekannt, dass eine kritische Stimme gekippt wurde.

Mittwoch vor einer Woche wurde die SRF-Produktion «Starke Frauen» auf dem TV-Sender «3sat» ausgestrahlt. Bereits vor der Erstausstrahlung zerpflückte die «Frankfurter Rundschau» die dreiteilige Produktion über Jolanda Spiess-Hegglin mit Moderatorin Patrizia Laeri.

Mit den Zitaten «schwammig», «reisserische Schlagzeilen» und «Belanglosigkeiten» wird die Sendung beschrieben. Gegenpositionen kämen nur ungenügend zu Wort.

patrizia laeri
Patrizia Laeri posiert in der Zürcher Altstadt. - SRF

Nun wird klar, weshalb: Kritische Aussagen von Journalistin Michèle Binswanger wurden rausgeschnitten, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet. Einzig einen Satz aus einem Zeitungsartikel von Binswanger über Spiess-Hegglin wird eingeblendet: «Sie schadet den Frauen, in deren Namen sie spricht.» Wie Binswanger zu diesem Urteil kam, wird aber nicht erläutert.

Rechtliche Gründe

Dabei hat die Autorin Rosanna Günter von der Produktionsfirma Mediafisch Binswanger extra für eine Stellungnahme angefragt.

Binswanger erklärt in der «Aargauer Zeitung»: «Ich wollte aufzeigen, wie man in den sozialen Medien angegangen wird, wenn man Kritik an Spiess-Hegglin übt.»

Dass ein Filmteam Aufnahmen macht, die dann nicht ausgestrahlt werden, finde sie seltsam.

Jolanda Spiess-Hegglin
Der Beitrag handelt von Jolanda Spiess-Hegglin. (Archivbild) - Keystone

Und was sagt die Autorin selbst? Viel Drehmaterial habe nicht verwendet werden können, sagt Günter. «Leider auch die Interviewteile von Michèle Binswanger». Hinzugekommen sei, dass Binswanger aus rechtlichen Gründen nicht ins Detail habe gehen können.

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Spiess-Hegglin erzählt im Film davon, wie sie die Zuger Landammannfeier von 2014 erlebte. Binswanger wollte ein Buch über die Ereignisse von damals publizieren. Doch das Zuger Kantonsgericht untersagte im September 2020 die Publikation. Jetzt liegt der Fall am Zuger Obergericht.

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