Stadt Zürich

Kriminelle Zürcher Jugendliche sollen nicht mehr ins Gefängnis

Keystone-SDA Regional
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Zürich,

Statt ins Gefängnis möchte der Kanton Zürich kriminelle Jugendliche in einem besser betreuten geschlossenem Setting unterbringen. Eine «Übergangsstation» hat er kurzfristig für Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren im Massnahmenzentrum Uitikon geschaffen.

Jacqueline Fehr
Justizdirektorin Jacqueline Fehr (SP) will straffällig gewordene Jugendliche nicht ins Gefängnis schicken. Stattdessen soll es mehr spezialisierte Plätze für Minderjährige geben. - KEYSTONE/CLAUDIO THOMA

Jugendliche mit jugendstrafrechtlichem Hintergrund sollen dort untergebracht werden. «In Uitikon stellen wir neun Plätze zur Verfügung, die eine geschlossene, gesicherte und jugendgerechte Infrastruktur bieten», sagte Mirjam Schlup, Amtschefin von Justizvollzug und Wiedereingliederung (JuWe), am Donnerstag vor den Medien.

Dabei handele es sich um Time-Out-Plätze, in denen Jugendliche ab 16 Jahren kurzfristig untergebracht werden können. Dort erhalten sie jugendspezifische Therapieangebote, milieutherapeutische und schulische Angebote sowie Beschäftigung.

Denn die Plätze zur Unterbringung für straffällige Jugendliche im Kanton Zürich sind rar. Oft bleibe nichts anderes übrig, als die 10-18-jährigen Jugendlichen in der Jugendabteilung des Gefängnisses Limmattal in Dietikon unterzubringen. Dort gibt es eine strikt abgetrennte Jugendabteilung mit Platz für maximal 24 männliche Jugendliche. Diese soll nun auf 15 Plätze verkleinert werden.

«Stattdessen sollen die Schutzmassnahmen für Jugendliche in besser geeigneten und spezialisierten Institutionen durchgeführt werden, um ihnen Struktur und Stabilität zu geben», sagte Regierungsrätin Jacqueline Fehr, Vorsteherin der Direktion der Justiz und des Innern.

Zwar handele es sich bei Jugendlichen, die durch wiederholte, teils schwere Delikte auffallen, um eine kleine Gruppe von etwa einem Prozent der Jugendlichen. Doch es sei wichtig, diese mit geeigneten Massnahmen nachhaltig in die Gesellschaft zu integrieren.

Ausbauen möchte der Kanton auch das Angebot für besonders herausfordernde Unter-16-Jährige, spezialisierte Angebote für Jugendliche mit erheblichen Bildungsdefiziten und kognitiven Einschränkungen und für straffällige unbegleitete minderjährige Asylsuchende, wie Roland Zurkirchen, Leitender Oberjugendanwalt, ausführte. Auch jugendforensische stationäre Akutplätze sollen geschaffen werden.

Längerfristig strebt der Kanton Zürich einen gezielten Ausbau des Angebots für hochbelastete delinquente Jugendliche an. Sie sollen in einer «Überbrückungsstation» untergebracht werden, in Wohngruppen.

Geplant sei eine geschlossene Übergangsstation, die Timeouts für Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren ermöglicht. Die Station soll Jugendliche in akuten Krisensituationen kurzfristig aufnehmen und fachlich fundiert betreuen können. Der Kanton will dazu mit anderen Kantonen zusammenarbeiten. Eine Machbarkeitsstudie ist vorgesehen, um das Projekt zu konkretisieren.

Gemäss Angaben der Justizdirektion kommen 95 Prozent der Jugendlichen nie mit der Justiz in Konflikt. Nur 5 Prozent bekommen es mit der Jugendanwaltschaft zu tun, und davon sind der grösste Teil Bagatelldelikte, etwa Verkehrsdelikte. Nur ein Fünftel der kriminellen Jugendlichen begeht schwerere Delikte.

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Kommentare

User #4713 (nicht angemeldet)

Am besten noch ein grosszügiges Sackgeld und ein neues Handy obendrauf.. goht's no.

User #2618 (nicht angemeldet)

Die SP sorgt wieder einmal für zusätzliche Arbeitsplätze für Sozialarbeiter und andere Gutmenschen mit der runden Brille. Ist nicht neu und geht wie immer auf Kosten der Steuerzahler.

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