Wie kam das Loch in die Schaufensterscheibe? Unglaublicher Zwischenfall im Berner Marzili-Quartier, zum Glück ohne Verletzte.
Bern Marzili
Die Kugel hinterliess ein riesiges Loch im Schaufenster. - Nau.ch

Das Wichtigste in Kürze

  • Grosser Knall am Freitag im Berner Marzili-Quartier.
  • Ein unvorsichtiger Hammerwerfer produzierte einen unglaublichen Unfall.
  • Es gab keine Verletzten. Spielende Kinder benötigten aber viel Glück.

Grosse Aufregung im sonst so beschaulichen Marzili-Quartier unten an der Aare in Bern. Zuerst ist lautes Donnergrollen zu hören, danach splitterndes Glas. Was war passiert?

«Der Kluge reist im Zuge», hiess es früher. Aber ein Leichtathlet verzichtet am letzten Freitagnachmittag darauf, die Drahtseilbahn von der Bundesterrasse ins Aare-Quartier zu benützen. Aus Fitness-Gründen, nehmen wir mal an.

Der Sportsmann, wie sich später herausstellt ein Hammerwerfer, nimmt stattdessen den Bundesrain, der parallel zur Bahn nach unten führt. Ein Fehler. Denn aus ungeklärten Gründen löst sich auf halbem Weg die 7,26 Kilo schwere Kugel des Hammers aus seiner Tasche.

Bern Marzili
Von hier kam die Kugel. Blick vom Schaufenster aus zum Bundesrain und zur Talstation. - Nau.ch

Die Kugel rollt nach unten, immer schneller, passiert mit Getöse die Talstation und prallt dann als gefährliches Geschoss auf die Kante eines Trottoirs. Von dort spickt sie fast zwei Meter hoch ins Schaufenster eines ehemaligen Lädelis, das heute als Parterre-Wohnung dient. Ein riesiger Knall – das Loch ist unübersehbar.

«Mindestens 70 Stundenkilometer»

Verletzt wird niemand. Aber Augenzeuge Dario* (11) hat Glück: «Die Kugel kam mit mindestens 70 Stundenkilometern, ich hätte nicht mehr ausweichen können.» Seine Spielkameraden seien auch in der Nähe gewesen, aber per Zufall ebenfalls nicht in der direkten Schusslinie.

Hammerwerfer Olympia
Ein Hammerwerfer bei den Olympischen Spielen 2008. (Archivbild) - keystone

Noch eine Stunde nach dem Knall steht Dario fast ein bisschen stolz neben dem Fenster und erzählt den vielen Passanten immer wieder seine Story in voller Länge. Sie endet jeweils mit dem versöhnlichen Satz, dass der unvorsichtige Hammerwerfer immerhin beim Zusammenputzen der Scherben mitgeholfen habe.

Auf einer Website für Hammerwurf-Interessenten ist zu lesen: «In der Schweiz gibt es viele Orte, wo man hammerwerfen kann.» Aber grad so war das vermutlich nicht gemeint.

*) Name geändert

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