Kapo Solothurn jagt Temposünder-Tourist bis in die USA

Rowena Goebel
Rowena Goebel

Thal-Gäu,

Mit der Kantonspolizei Solothurn ist nicht zu spassen, wenn es um Temposünden geht: Sie verfolgt einen Touristen bis nach Arizona, weil er zu schnell fuhr.

Richard andreasen
Richard Andreasen und seine Frau Lisa aus den USA hatten eine tolle Zeit in der Schweiz. Zurück in Arizona erwartete sie aber dicke Post von der Kantonspolizei Solothurn. - zVg

Das Wichtigste in Kürze

  • Zurück in der Heimat erhält ein US-Tourist nach seinen Schweiz-Ferien dicke Post.
  • Absenderin ist die Kantonspolizei Solothurn – sie schickte eine Busse bis nach Arizona.
  • Grund: Der Tourist war zu schnell auf der Autobahn A1 unterwegs.

Richard Andreasen wird schon vor seiner Reise in die Schweiz gewarnt: Aufpassen auf der Strasse!

«Ich hatte von Freunden gehört und gelesen, man solle in der Schweiz ja nicht zu schnell fahren. Sie meinten, die Polizei sei sehr streng und die Bussen hoch», sagt der US-Amerikaner zu Nau.ch.

Warnungen, die er ernst nimmt. «Ich habe während der Reise sehr darauf geachtet, die Tempolimiten einzuhalten», betont er. Offenbar vergebens.

Er staunt nicht schlecht, als ihn zurück in den USA ein Brief aus der Schweiz erreicht. Absenderin: Die Kantonspolizei Solothurn!

Amerikaner muss 120 Franken zahlen

Andreasen sei mit seinem Mietauto auf der Autobahn A1 in Härkingen SO mit 118 Stundenkilometern unterwegs gewesen. 100 wären erlaubt.

Und das kostet: «Die Busse in der Höhe von 120 Franken ist zahlbar innerhalb von 30 Tagen», schreibt die Kapo auf Englisch. Der Brief schliesst mit einem «yours sincerely, the police of the canton of Solothurn».

Passiert ist das Ganze Anfang Oktober, der Brief flatterte dem Touristen rund anderthalb Monate später ins Haus.

kantonspolizei
Die Kantonspolizei Solothurn schickt «beinahe täglich» solche Bussen in alle Welt hinaus, wie sie bei Nau.ch erklärt. - zVg

Dass die Kantonspolizei Solothurn ihn bis in seine Kleinstadt in Arizona aufgespürt hat, erstaunt Andreasen nicht. Genau mit dieser Strenge hatte er nach all den Warnungen gerechnet.

Vielmehr überrascht ihn, dass er doch zu schnell gefahren ist. «Ich erinnere mich nicht, wo es passiert ist. Aber ich weiss noch, dass ich sehr gut aufgepasst habe», sagt er.

Er vermutet, dass er vielleicht nach einer Tempo-Senkung zu spät gebremst hat.

Aufgespürt dürfte die Kapo ihn über die Mietautofirma haben. Richard Andreasen sagt: «Ich nehme an, die Firma hat der Polizei meine Adresse hier in den USA gegeben. Fair – wenn jemand die Busse zahlen muss, dann wohl eher ich, nicht die Firma.»

Kapo verfolgt «beinahe täglich» Temposünder-Tourist

Die Kantonspolizei Solothurn bestätigt gegenüber Nau.ch, den US-amerikanischen Touristen gebüsst zu haben. Er habe die Rechnung mittlerweile bezahlt.

Mit ähnlichen Fällen habe die Kapo «beinahe täglich» zu tun, sagt Sprecher Bruno Gribi. Es würden alle Geschwindigkeitsübertretungen geahndet. «Die entsprechenden Bussen werden weltweit versendet

Erstaunt es dich, dass die Kapo Solothurn sogar in Arizona Bussen eintreibt?

Zahlen dazu, wie oft Temposünder-Touristen vom anderen Ende der Welt dann auch tatsächlich zahlen, fehlen. Rechtliche Konsequenzen hat es aber auch für sie, wenn sie den Brief der Kapo ignorieren.

«Nicht bezahlte Ordnungsbussen werden an die zuständige Staatsanwaltschaft weitergeleitet», betont Gribi. Dann werde ein Verfahren eingeleitet und das Dossier der Staatsanwaltschaft übergeben.

Tourist schwärmt trotz Busse von der Schweiz

Richard Andreasen behält die Schweiz trotz Busse in sehr guter Erinnerung.

«Wir haben unsere gesamte Reise in die Schweiz einfach GELIEBT», erzählt er. Und schwärmt von «der wunderschönen Landschaft», von «köstlicher Schokolade» und «Käse». Er habe sich stets sicher gefühlt.

Sowohl er als auch seine Frau Lisa hätten Schweizer Vorfahren. In einer Beiz in St. Gallen haben die beiden zufällig sogar einen Cousin von Andreasens Frau getroffen.

Busse hin oder her: «Die Schweiz wird für immer einen Platz in unserem Herzen haben», sagt er. Das Paar träumt schon von einer Rückkehr.

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Kommentare

User #5987 (nicht angemeldet)

Falls keine weiter Reise im die Schweiz geplant ist, würd ich die einfach wegwerfen. Sollen die Schlümpfe mal versuchen das in den USA einzutreiben. Trump wird als Strafe die Zölle auf 50% setzen 😂

User #3821 (nicht angemeldet)

Wir die hier wohnen müssen sie ja auch bezahlen - stellt euch vor ihr fährt in den gleichen Radar und müsst die 120,- bezahlen und der Ami nicht.... Alles richtig so.

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