Kanton Zug plant grössere Investitionen in Wasserinfrastruktur
Der Kanton Zug will mit einem Rahmenkredit von insgesamt 170 Millionen Franken mit einer Laufzeit von 25 Jahren seine Wasserinfrastruktur sichern. In erster Lesung waren die Millioneninvestitionen am Donnerstag im Kantonsrat unbestritten.

110 Millionen Franken sind für die Abwasserentsorgung vorgesehen, um Defizite zu beheben und plötzliche Gebührensprünge zu vermeiden. Weitere 60 Millionen Franken fliessen in die Trink- und Brauchwasserversorgung, etwa in ein neues Seewasserwerk am Zugersee und in regionale Verbindungsleitungen zwischen den Gemeinden, um die Versorgung langfristig zu sichern.
Im Kanton Zug besteht dringender Handlungsbedarf bei der Finanzierung der Abwasserinfrastruktur. In den nächsten 25 Jahren dürfte sich die «Finanzierungslücke» auf rund 275 Millionen Franken belaufen, teilte die Regierung im Bericht an den Kantonsrat mit.
Die Defizite entstanden, weil die Gemeinden nötige Gebührenerhöhungen und Rückstellungen «nicht konsequent» umgesetzt haben, teilte die Regierung weiter mit. Möglich war dies, weil die Anlagen grösstenteils durch Anschlussgebühren vorfinanziert wurden. So konnten die Abwassergebühren über Jahrzehnte niedrig gehalten werden.
Die Vorlage fand am Donnerstag bei allen Fraktionen Unterstützung. Eine gute Wasserinfrastruktur sei besonders wichtig, gerade wegen des Klimawandels und häufiger werdender Extremwetter wie Trockenperioden oder Starkregen, sagte GLP-Sprecher Reto Vogel. Michael Felber sagte namens der Mitte, das Risiko bestehe in Zukunft weniger in einem Mangel an Wasser, sondern vielmehr darin, «genügend sauberes Trinkwasser zu haben».
Baudirektor Florian Weber (FDP) bezeichnete die Vorlage als «vorausschauend, sinnvoll und ausgewogen». Ohne Massnahmen drohten ab 2050 «Engpässe».
Der Rahmenkredit soll mit den Mehreinnahmen aus der OECD-Mindeststeuer finanziert werden. Laut Bericht erhalten die Gemeinden 25 Jahre lang 4,4 Millionen Franken. Die Wasserversorgungen bekommen 2027 rund 3,8 Millionen Franken für die Planung und 2028 rund 11,7 Millionen Franken für die Umsetzung.






