Jedes fünfte Haustier schläft im Bett – Krankheiten drohen
In der Schweiz schlafen Tausende Katzen und Hunde im Bett ihrer Besitzer. Was der Seele guttut, bringt auch Risiken für die Gesundheit mit sich.

Das Wichtigste in Kürze
- Laut einer Studie schläft rund jedes vierte Haustier im Bett seiner Besitzer.
- Das kann den Schlaf stören – wegen Bewegungen, Geräuschen und Allergenen.
- Positiv ist: Tiere spenden Sicherheit, senken Stress, fördern Schlaf.
- Hygiene ist aber wichtig: kein rohes Fleisch, Hände waschen, regelmässig entwurmen.
Menschen und ihre Haustiere sind oft eng verbunden. Manchmal so sehr, dass sie nicht nur den Tag, sondern auch die Nacht miteinander teilen.
Eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Onlinehändlers Galaxus, die in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Frankreich und Italien durchgeführt wurde, zeigt: Länderübergreifend schläft rund jedes vierte Haustier im Bett seiner Besitzerinnen und Besitzer.
Besonders eng scheinen die Bande in Deutschland zu sein, wo sogar jedes dritte Tier auf oder unter die Bettdecke darf.
In der Schweiz ist man etwas zurückhaltender, aber noch immer beachtlich tierlieb: Hier schlummert rund jedes fünfte Haustier neben Herrchen oder Frauchen.
Tiere im Bett haben Vor- und Nachteile
Doch wie wirkt sich das sogenannte Co-Sleeping mit Rocky und Luna auf unsere Schlafqualität aus? Eine eindeutige Antwort darauf gibt es nicht – Die wissenschaftlichen Studien zeichnen ein gemischtes Bild.
Zum einen weisen mehrere Untersuchungen auf Nachteile hin. Wer mit Hund oder Katze im Bett schläft, klagt häufiger über unruhigen Schlaf, längeres Einschlafen und häufigeres Aufwachen.
Typische Störfaktoren sind dabei Bewegungen des Tieres, nächtliche Geräusche sowie Allergene in Fell und Hautschuppen.
Letztere sind insbesondere für Menschen mit Allergien und Asthma problematisch. Schon kleine Mengen von Tierallergenen im Schlafzimmer können die Atmung beeinträchtigen und die Nacht unruhig machen.
Fachgesellschaften empfehlen deshalb, bei bekannten Allergien das Tier aus dem Schlafzimmer fernzuhalten.
Insbesondere ältere Menschen können profitieren
Gleichzeitig berichten viele Tierhalter auch von positiven Effekten. Das Tier gibt Sicherheit, man fühlt sich weniger allein, Stress und Angst nehmen ab. Manche empfinden ihr Haustier sogar als schlaffördernd.
«Gerade bei älteren Menschen kann der Kontakt zu Tieren die Schlaf- und Lebensqualität verbessern», weiss der Schlafmediziner René Fiechter.

Unterschiede gibt es zudem zwischen Hund und Katze. Hunde beeinträchtigen unsere Schlafqualität im Durchschnitt stärker.
«Sie sind tendenziell sozialer und interaktiver mit ihren Besitzern. Katzen hingegen sind zurückgezogener und stören den Schlaf seltener», erklärt Fiechter gegenüber Nau.ch.
Parasiten und Keime bergen Risiken
Und wie steht es um die Hygiene?
Tiermedizinerin Simone Schuller hält gegenüber Nau.ch fest: «Generell ist es nicht als gefährlich einzustufen, wenn gesunde Hunde und Katzen das Bett mit den Besitzern teilen.» Ganz ohne Risiken ist das gemeinsame Schlafen jedoch nicht.
So können Hunde und Katzen Würmer und andere Darmparasiten in sich tragen. «Einige davon sind auf den Menschen übertragbar und können teilweise schwere Erkrankungen hervorrufen», sagt Schuller.

Die Erreger gelangen nicht nur über Kot, sondern auch über das Fell ins Bett. Etwa, wenn sich Tiere draussen wälzen oder sich im Analbereich verunreinigen.
Dabei sind Katzen die etwas hygienischeren Bettgenossen: Sie putzen ihr Fell häufig selbst, weshalb sich dort seltener infektiöse Rückstände finden als beim Hund.
Tierärztin warnt vor multiresistenten Keimen
Eine ebenfalls nicht zu unterschätzende Gefahr: Hunde und Katzen können multiresistente Keime in sich tragen.
Besonders erhöht ist das Risiko, wenn sie mit Rohfleisch gefüttert wurden, kürzlich in einer Tierklinik waren oder Antibiotika erhalten haben.
Schuller warnt: «Eine Infektion des Menschen wäre problematisch, da diese Keime gegen viele Antibiotikaklassen bereits resistent daher sehr schwer zu behandeln sind.»
Die Veterinärin rät darum: Kein rohes Fleisch verfüttern, sich nicht an Gesicht und Händen lecken lassen und nach jedem Kontakt gründlich die Hände waschen. Schmutzige oder nasse Tiere sollten nicht ins Bett.
Ebenso zu den hygienischen Pflichtmassnahmen gehören regelmässige Entwurmungen und Kotuntersuchungen sowie eine konsequente Behandlung gegen Flöhe und Zecken.











