In Juni-Hitzewelle starben übermässig viele Senioren
Das Bundesamt für Statistik bestätigt einen Anstieg der Todesfälle bei Seniorinnen und Senioren um 15 Prozent während der Hitzewelle im Juni.

Das Wichtigste in Kürze
- Innerhalb einer Juni-Woche starben in der Schweiz etwa 200 Menschen mehr als statistisch erwartet.
- Dieser Anstieg von 15 Prozent ist auf die anhaltende Hitze zurückzuführen.
Die Schweiz erlebt einen Sommer mit heftigen Hitzewellen. Nun liegen erste Zahlen vor, die zeigen: Die Hitze hinterlässt Spuren in der Todesfallstatistik.
Besonders ältere Menschen sind betroffen.
Das Bundesamt für Statistik hat neue Zahlen zur Sterblichkeit veröffentlicht. In der Woche vom 22. bis 28. Juni starben gemäss dem Mortalitätsmonitoring 1278 Menschen über 65 Jahre.

Das sind gemäss Auswertungen der SRF-«Tagesschau» rund 200 Todesfälle mehr als für diese Jahreszeit erwartet worden wären. Und entspricht einem Anstieg von 15 Prozent gegenüber dem statistischen Normalwert.
Die Zahlen gelten gemäss Bund noch als provisorisch. Dennoch: Es sind die ersten Daten dieses Jahres, die eine sogenannte Übersterblichkeit bei Seniorinnen und Senioren während einer Hitzewelle belegen.
Übersterblichkeit bedeutet, dass mehr Menschen sterben als in einem vergleichbaren Zeitraum normalerweise zu erwarten wäre.
Hitze verschlimmert bestehende Krankheiten
Einen direkten Beweis, dass die Hitze die Ursache der zusätzlichen Todesfälle ist, gibt es nicht.
Experten sagen aber: Eine erhöhte Sterblichkeit im Sommer hängt in der Regel mit hohen Temperaturen zusammen. Besonders Menschen mit Krankheiten sind gefährdet.
Hitze kann zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen verschlimmern. Das Herz und die Blutgefässe werden durch Wärme stärker belastet. Für ältere oder bereits kranke Menschen kann das gefährlich werden.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Im Hitzesommer 2015 lag die Übersterblichkeit gemäss dem Sender bei 18 Prozent. Im vergangenen Jahr waren es lediglich fünf Prozent.
Der aktuelle Wert von 15 Prozent liegt also deutlich über dem Vorjahr, aber noch unter dem Rekord-Jahr 2015.








