In der Romandie werden bald Menschen kompostiert - an Geheimort
An einem geheimen Standort in der Romandie wird eine alternative Bestattungsmöglichkeit getestet. Verstorbene sollen dort kompostiert werden.

Das Wichtigste in Kürze
- Das Swiss Human Institute of Forensic Taphonomy (SHIFT) testet eine neue Bestattung.
- Das Projekt möchte verstorbene Personen kompostieren lassen.
- Körperspenden wurden bisher noch nicht zur Verfügung gestellt.
Wer als Verstorbener nicht beerdigt oder kremiert, also verbrannt, werden möchte, kann sich kompostieren lassen. Wie bitte?
Ein solches Projekt hat an einem geheimen Standort in der Romandie kürzlich gestartet. Das Swiss Human Institute of Forensic Taphonomy (SHIFT) erforscht dort die Zersetzung des menschlichen Körpers.
Wie SRF schreibt, handelt es sich dabei um eine gesicherte Freiluftanlage. Das Biokompostieren der verstorbenen Person soll eine Alternative zu herkömmlichen Bestattungen darstellen.
Offenbar ökologisch sinnvoller: Nach rund neun Monaten soll der Körper vollständig zu Kompost umgewandelt sein.
Leichnam wird auf Kompost-Bett gelegt
Der Begriff Kompost im Zusammenhang mit der Bestattung sorgt für Stirnrunzeln.
Doch der Ablauf ist bescheiden. Die verstorbene Person wird in ein Baumwolltuch eingehüllt und auf Kompost abgelegt. Anschliessend wird der Leichnam mit pflanzlichem Häckselgut bedeckt.
«Die Natur erledigt den Rest», erklärt Vincent Varlet, Projektleiter und Professor für Taphonomie an der Universität Lausanne gegenüber RTS.
Ziel des Pilotprojekts ist jedoch nicht nur die Suche nach einer alternativen Bestattung. Man möchte damit auch den Umgang mit humanitären Katastrophen weiter erforschen. Und auch für die Rechtsmedizin soll das Projekt neue Fortschritte schaffen.
«Bislang stützte sich die Forensik vor allem auf Beobachtungen – unsere Hypothesen lassen sich kaum verifizieren», so Varlet. Finanziell wird das Vorhaben vom Kanton Waadt über vier Jahre hinweg mit mehr als einer Million Franken unterstützt.
Erste Körperspenden noch ausstehend
Noch stehen selbst für die Forschenden viele Fragen im Raum. Dazu zählen auch Bedenken, ob der menschliche Kompost nach der Zersetzung tatsächlich unbedenklich ist.
Das müsse sichergestellt werden, bekräftigt Varlet.
Bislang wartet man allerdings noch auf die ersten Körperspenden. Anschliessend soll der erste Versuch an dem geheimen Standort, geschützt vor neugierigen Blicken und Wildtieren, beginnen.













