Weil ansonsten ein Engpass droht, dürfen weitere 1000 Tonnen Butter aus dem Ausland importiert werden, hat das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) entschieden.
Butter
Weil während der Pandemie mehr zu Hause gekocht wurde, muss nun zusätzlich Butter importiert werden. (Archivbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Das BLW erlaubt den Import von weiteren 1000 Tonnen Butter aus dem Ausland.
  • Grund dafür ist ein Engpass, der auf die Corona-Massnahmen zurückzuführen ist.
  • Mit der zusätzlichen Menge soll die Versorgung bis Ende Jahr sichergestellt werden.

Bis Ende Jahr dürfen weitere 1000 Tonnen Butter aus dem Ausland importiert werden. Das hat das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) entschieden. Damit soll ein Engpass vermieden werden, der durch die Massnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie entstanden war.

Denn die Schliessung der Restaurants und die Homeoffice-Pflicht habe zu einer Verschiebung des Konsums geführt: So hätten die Menschen mehr zu Hause gekocht und dafür auch mehr Butter im Detailhandel eingekauft. So hiess es am Dienstag beim BLW auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Diese Auswirkungen seien bis heute spürbar.

Kühe produzieren weniger Milch als erwartet

Zwar sei die Milchproduktion im ersten Quartal leicht gestiegen, schrieb das BLW in einer Mitteilung. Aber ein Grossteil sei zu Käse verarbeitet worden. Dies, weil die Gewinnmagen bei der Käseproduktion grösser seien als bei der Produktion von Butter oder Magermilchprodukten.

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Eine Herde Kühe in den Bergen. - Keystone

Ausserdem habe das nasskalte Wetter im Frühling dazu geführt, dass auf den Weiden weniger Futtergras gewachsen sei. Deshalb hätten die Kühe auch weniger Milch produziert als erwartet. Und dieser Rückgang werde sich weiter auf den Buttermarkt auswirken.

Versorgung soll bis Ende Jahr sichergestellt werden

Aufgrund dieser Faktoren kommt das BLW zum Schluss: Das inländische Angebot an Butter ist zu klein, um die Nachfrage im laufenden Jahr zu decken. Gemäss einer Marktanalyse der Branchenorganisation Milch (BO Milch) würde die inländische Butter spätestens im Herbst zur Mangelware. Diese hatte deshalb beim BLW einen Antrag auf Erhöhung des Kontingents gestellt.

Mit der zusätzlichen Importmenge von 1000 Tonnen soll die Versorgung «wenn möglich bis Ende Jahr sichergestellt werden», hiess es. Im Vergleich zum Jahresverbrauch sei diese Menge relativ klein. Sie reiche gerade einmal für den Bedarf von weniger als zehn Tage. Das zusätzliche Kontingent werden sofort ausgeschrieben, damit bereits ab Anfang Juli importiert werden könne.

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