Immer mehr Fluggäste zeigen Airlines beim Bund an

    Noëlle Schnegg
    Noëlle Schnegg

    Zürich,

    Deutlich mehr Personen zeigen Fluggesellschaften beim Bund an. Im Juli sind über 400 Anzeigen beim BAZL eingegangen.

    Flughafen Zürich
    Der Bund erhält deutlich mehr Anzeigen von Fluggästen, welche die Airlines anzeigen. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Vielen Passagieren wurden aufgrund des Flugchaos die Flüge gestrichen.
    • Seit Wochen warten die Kunden auf eine Antwort der Airlines bezüglich der Entschädigungen.
    • Diese Entwicklung spiegelt sich in der höheren Anzahl an Anzeigen beim Bund wieder.

    Viele Passagiere konnten wegen des Personalmangels an den Flughäfen nicht oder verspätet in die Ferien fliegen. Um dafür Entschädigung erhalten zu können, müssen sich die Reisenden an die Fluggesellschaften wenden.

    Einige fühlen sich entweder von den Airlines hintergangen oder warten noch vergebens auf eine Antwort. Dieser Frust führt nun zu steigenden Anzeigen beim Bund.

    Konkret wandten sich im Juli 433 unzufriedene Passagiere an den Bund. Das sagt Christian Schubert, Sprecher beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL), gegenüber CH-Media. Das sind im Vergleich zum Januar doppelt so viele Anzeigen. Im Juni waren es 399 und im Mai 243.

    Bund verlangt Stellungnahme von Airlines

    Dieser Anstieg sei auf den höheren Flugverkehr seit diesem Frühling und auf die aktuelle Situation zurückzuführen. Nach einer Anzeige verlangt das BAZL eine Stellungnahme von der jeweiligen Airline.

    Flughafen
    Der Zustand war auch am Flughafen Zürich chaotisch. - Keystone

    Zwischen sechs und acht Monaten dauert es anschliessend, bis der Fall erledigt werde, so CH-Media. Der Bund kann rechtlich gesehen keine Entschädigungszahlung erwirken. Allerdings würden die meisten Airlines nach einer Anzeige die Beträge den Kunden auszahlen.

    Hatten Sie diesem Sommer mit Verspätungen oder Flugstreichungen zu kämpfen?

    Erst zu Beginn des nächsten Jahres wird ersichtlich sein, wie vielen Personen die Entschädigung ausgezahlt wurden.

    In einem Jahr ist ausserdem klar, ob und wie viele Bussgelder vom Bund ausgestellt wurden. Eine Busse liege dann vor, wenn die Airline gegen die Fluggastverordnung verstossen hat. Bis zu 2000 Franken beträgt sie im Durchschnitt.

    Auch hier ist Geduld gefragt: Bis zu zwei Jahren kann dieser Prozess dauern – also länger als die Bearbeitungszeit der Anzeige.

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