Im Lötschental soll auf Schuttkegel Weideland entstehen
Nach dem Bergsturz im Lötschental arbeiten Fachleute an neuem Weideland. Dazu führen sie auf verschiedenen Parzellen Tests durch.

Das Wichtigste in Kürze
- Im Lötschental hofft man nach dem Bergsturz auf 60 Hektar Weideland.
- Letztes Jahr zerstörte das Geröll rund 75 Hektar.
- Fachleute untersuchen, wie der Boden am besten genutzt werden kann.
13 Monate nach dem Bergsturz bei Blatten im Walliser Lötschental soll wieder Landwirtschaft entstehen.
Das Naturereignis zerstörte zirka 75 Hektar Landwirtschaftsfläche – nun macht man sich an die Wiederherstellung. Bereits im Herbst könnten auf einigen Flächen Schafe weiden, schreibt «pomona».
Tests auf drei Parzellen
«Mein Bauchgefühl sagt mir, dass 60 Hektar realistisch sind», zitiert die Zeitung Manfred Bötsch. Der 71-Jährige war von 2000 bis 2011 Direktor des Bundesamts für Landwirtschaft und bot seine Hilfe an.
«Ich wollte was tun, schrieb eine E-Mail an die Gemeinde.» Nun leitet er in der Aufbaukommission das Ressort Landwirtschaft und Forst.
Der Kanton Wallis präsentierte letztes Jahr Massnahmen für den Wiederaufbau – für 100 Millionen Franken. Davon profitiert nun auch die Landwirtschaft.
Im Schuttkegel wachsen bereits Platterbsen, weisser Steinklee und Hornklee. Das gibt den Fachleuten Hoffnung.
Sie untersuchen nun auf drei verschiedenen Parzellen, wie der Boden am besten genutzt werden kann. Getestet werden fünf Bodenverfahren und acht Saatgutmischungen.
Um den Boden vorzubereiten, müssen zuerst die Steine auf den Versuchsflächen zertrümmert werden. Mithilfe einer Umkehrfräse werden sie dann bereitgemacht, ehe verschiedene Samenmischungen platziert werden. Das Ganze wird in der Folge bewässert.
Es stellen sich Eigentumsfragen
Einfach wird das Vorhaben aber nicht. Zu wenig Nährstoffe und organisches Material sowie eine schwierige Wasserversorgung stellt das Ganze vor Probleme.
Mit den Erkenntnissen will das Lötschental später die Grundlage für die zukünftige Landschaftsgestaltung machen.
Unklar ist diesbezüglich auch, wem welche Fläche gehört – schliesslich ist nach dem Bergsturz nichts mehr wie vorher. Bötsch hofft, dass bei der Eigentumsfrage «alle Parteien» berücksichtigt und Kompromisse gefunden werden.
Einige Bewohner zurück
Der Bergsturz am 28. Mai 2025 verursachte einen versicherten Gesamtschaden von rund 255 Millionen Franken. 210 Millionen betrafen Gebäudeschäden, wie im Mai bekannt wurde.
Eigentümer von intakten und bewohnbaren Häusern durften Ende Mai wieder ohne Sonderbewilligung zurückkehren. Einige Bereiche blieben weiterhin gesperrt.













