Hitzewelle: Mann (†71) verstirbt in Münsingen BE beim Aareschwumm
Die Hitzewelle neigt sich dem Ende zu. Heute Sonntag wird es nochmals heiss, dann kommt endlich die Abkühlung.

Im Überblick
11- Temperaturrekorde in Europa
- Mann stirbt bei Aareschwumm in Münsingen BE
- Basler Sanität hat wegen Hitze viel zu tun
- Brände auf drei Feldern im Thurgau
- Frankreich vermeldet schon 1000 Hitzetote
- Hitze-Ende in Sicht: Feuchte Luft aus Osteuropa im Anmarsch
- Abwasser fliesst in Limmat in Zürich – Bade-Warnung
- Brand eines Waldstücks in Sirnach BL
Seit Tagen dominiert die Hitze das Leben der Schweizerinnen und Schweizer. Zahlreiche Rekorde wurden gebrochen. In Basel wurde die höchste je gemessene Temperatur in der Schweiz verzeichnet: 39,0 Grad Celsius.
Einige Läden haben wegen der Hitze das Fleisch- und Fisch-Sortiment reduziert. Das AKW Beznau musste heruntergefahren werden. Einige Schulen machen hitzefrei, obwohl das eigentlich abgeschafft worden war.
Auch andere europäische Länder leiden unter der Hitzewelle: In Dänemark, der Tschechischen Republik oder Deutschland gab es Rekordtemperaturen.
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Am Sonntag sind in der Tschechischen Republik, in Deutschland und Polen neue Temperaturrekorde verzeichnet worden. Das Thermometer zeigte 41,1 Grad Celsius in Doksany nördlich von Prag, 41,7 Grad bei Coschen in Brandenburg und 40,5 Grad in Slubice im Westen Polens an.

Die österreichische Nachrichtenagentur APA meldete am Sonntag, in Wien seien erstmals (exakt) 40 Grad gemessen worden. Knapp verfehlt wurde dagegen der österreichweite Allzeitrekord von 40,5 Grad im niederösterreichischen Bad Deutsch-Altenburg aus dem Jahr 2013.
In Münsingen BE ist ein 71-jähriger Schweizer bei einem Schwumm in der Aare in Not geraten. Drittpersonen gelang es zwar, den bewusstlosen Mann aus der Aare zu ziehen.

Jedoch kam die Rettung zu spät. Der 71-Jährige verstarb kurz nach dem Unfall im Spital.
Die hohen Temperaturen am vergangenen Wochenende haben zu einer spürbaren Mehrbelastung der Sanität der Rettung Basel-Stadt geführt. Zwischen Freitag und Sonntag rückte die Sanität zu knapp 300 Einsätzen aus, viele davon mutmasslich im Zusammenhang mit der grossen Hitze.
Gleich drei Brände beim Ballenpressen im Thurgau: In Märstetten, Siegershausen und Gachnang gerieten am Samstag Ballenpressen beziehungsweise ein Heuballen in Brand.
Verletzt wurde niemand, meldet die Thurgauer Kantonspolizei. Die Sachschäden reichen von mehreren hundert Franken bis zu mehreren hunderttausend Franken.
Als Ursache stehen technische und mechanische Defekte im Vordergrund.
Im Zusammenhang mit der Hitzewelle sind in Frankreich nach Angaben der Gesundheitsbehörde 1000 Menschen ums Leben gekommen. Die Behörde teilte dies am Sonntag mit.
Sie wies zugleich darauf hin, dass die tatsächliche Zahl der Todesopfer vermutlich höher ausfällt. Betroffen seien überwiegend ältere Menschen.
Für Sonntag hält das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (Meteoschweiz) die Hitzegefahrenstufen 4 und 3 für grosse und erhebliche Gefahr aufrecht. Für Montag sagt das Naturgefahrenbulletin des Bundes das Ende der Hitzewelle voraus.

Das Abklingen der Hitzewelle am Montag gilt für die Alpennordseite und das Wallis. Auf der Alpensüdseite werde die Hitzewelle aber voraussichtlich bis Mitte der kommenden Woche andauern.
Das seit Tagen wetterbestimmende Hochdruckgebiet, das für verbreitete Rekordtemperaturen gesorgt hat, verlagert gemäss Meteoschweiz sein Zentrum in Richtung Osteuropa. Damit gelange allmählich feuchtere Luft zum Alpenraum, heisst es.
Die Temperaturen würden in der Nacht auf Montag auf der Alpennordseite auf 18 bis 21 Grad, auf der Alpensüdseite auf 19 bis 24 Grad sinken. Tagsüber seien am Montag Temperaturen von 27 bis 31 Grad zu erwarten. Im Süden bleibe die Hitzebelastung vor allem in den städtischen Gebieten aber nach wie vor hoch.
Am frühen Sonntagmorgen kam es bei der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Werdhölzli zu einem Austritt von unvollständig gereinigtem Abwasser in die Limmat. Das teilt die Stadtpolizei Zürich mit.

Aus diesem Grund wird davon abgeraten, unterhalb der Werdinsel in der Limmat zu schwimmen, baden oder böötlen.
Kurz nach Mitternacht wurde der Kantonalen Notrufzentrale ein Brand in Waldgebiet «Sirnachbärg» gemeldet. Die Feuerwehr «Sicherheitsverbund Hinterthurgau» löschte das Feuer, das auf einem Waldstück von zirka 300 Quadratmetern brannte, und kühlte den Waldboden grossflächig.

Verletzt wurde niemand. Es entstand Sachschaden von mehreren hundert Franken. Die Brandursache ist noch unbekannt und wird durch die Kantonspolizei Thurgau abgeklärt.
In der Schweiz wären laut Aussagen von Jörg Kachelmann in der «SonntagsZeitung» bereits heute Temperaturen von bis zu 45 Grad denkbar. Im Interview erklärte der Meteorologe, welche Voraussetzungen für dieses Szenario nötig sind.
Gehe der Klimawandel ungebremst voran, seien gar noch höhere Temperaturen zu erwarten. Die Geschwindigkeit des Temperaturanstiegs überfordere unsere Vegetation völlig, so Kachelmann. Setze sich diese Entwicklung fort, führe das zu einem «massiven Dürreproblem im Mittelland».

Auch Forscher der ETH Zürich kämen laut der Zeitung zum Schluss, dass Temperaturen von 43 bis 44 Grad im Mittelland zwar unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich sind.
Etwas tiefer seien die Schätzungen des Bundesamtes für Meteorologie und Klimatologie. Bei fortschreitendem Klimawandel, heisst es dort, sei «gegen Ende des Jahrhunderts unter Berücksichtigung der Unsicherheiten im Mittelland ein 50-jährliches Ereignis in der Grössenordnung von 42 bis 45 Grad zu erwarten.»
Heute Sonntag wird es nochmals ganz heiss: Auf der Alpennordseite werden zwischen 32 und 37 Grad erwartet. Zudem ist es grösstenteils sonnig. Lokal kann es aber zu Gewittern mit starken Böen kommen.

Am Montag und Dienstag liegt die Höchsttemperatur nur noch bei 28 Grad. Vor allem am Nachmittag und Abend kann es nass werden.
Ab Mittwoch kommt eine Kaltfront mit Regen und teils Gewittern. Das Thermometer erreicht noch 23 bis 28 Grad. Auch in der zweiten Wochenhälfte werden keine Temperaturen über 30 Grad mehr erwartet.











