Temperaturen in Basel knacken mit 39 Grad einen neuen Allzeit-Rekord

Die seit Tagen andauernde Hitzewelle erreicht heute ihren Höhepunkt. Weitere Rekorde können fallen.

Basel Hitze
In Basel ist im Moment Abkühlung gefragt: So heiss wurde es noch nie. (Archivbild) - keystone

Seit Tagen ächzen die Schweiz und ganz Europa unter der Hitzewelle. Am Freitag wurde in Basel mit 38,8 Grad der Allzeitrekord geknackt. Auch andernorts fallen die Rekorde.

Zudem wurden die Hitze-Gefahrenstufen in Teilen der Schweiz wegen des heissen Wetters erneut angehoben. Einige Schulen reagierten ausserdem und machten Hitzefrei. Das, obwohl das Hitzefrei eigentlich als abgeschafft gilt.

Einige Läden haben wegen der Hitze das Fleisch- und Fisch-Sortiment reduziert. Das AKW Beznau musste heruntergefahren werden.

Das Neuste zur Hitzewelle liest du im Ticker von Nau.ch:

Allzeit-Rekorde an 19 Messstationen

Die aktuelle Hitzewelle hat am Samstag in der Schweiz an insgesamt 19 Messstellen die bisherigen Temperatur-Allzeitrekorde ins Purzeln gebracht. So erreichte das Thermometer in Basel-Binningen 39 Grad, in Delsberg JU 38,2 Grad und in Buchs AG ebenfalls 38,2 Grad.

Wie das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie Meteoschweiz am späteren Samstagnachmittag mitteilte, zeigte die Quecksilbersäule am Samstag bis 18 Uhr auch neue Rekorde beispielsweise in Neuenburg (38,1 Grad), Wynau BE (38,3) und Zürich-Kloten an (37,8).

Aare in Bern knackt Allzeit-Rekord

In der Berner Schönau ist am Samstagnachmittag eine Aaretemperatur von 24,1 Grad gemessen worden. Damit ist der Aaretemperatur-Allzeit-Rekord von August 2022 eingestellt worden.

Neuer Allzeit-Rekord in Basel

In Basel-Binningen wurden am Samstagnachmittag 39 Grad gemessen. Das ist ein neuer Schweizer Allzeit-Rekord.

Weiterer tödlicher Bade-Unfall

Heute Samstag ist ein 61-jähriger beim Schwimmen im Rhein aus gesundheitlichen Gründen in Schwierigkeiten geraten. Nachdem er durch Begleiter an Land gebracht wurde, brach er zusammen.

Er verstarb kurz danach trotz Reanimation noch vor Ort, wie die Kantonspolizei Basel-Stadt mitteilt.

Kühlregale bei der Migros fallen aus

Die Hitze macht nicht nur uns Menschen zu schaffen – auch die Technik leidet. Das zeigt sich derzeit in mehreren Migros-Filialen: Die Kühlregale sind ausgefallen!

Bereits gestern Freitagabend berichtete ein Nau.ch-Leser über leere Regal in der Filiale Gäupark in Egerkingen SO.

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Die Kühlregale in der Migros Egerkingen sind ausgefallen. - Nau.ch

«Diverse Produkte, zum Beispiel mein geliebter Budget-Lioner, können derzeit nicht angeboten werden», erzählte er.

Die Regale bleiben auch heute Samstag leer, wie die Migros «20 Minuten» bestätigt. Es seien auch die Filialen in Wildegg AG und Buchs AG betroffen. Dort mussten einige Produkte aus den Regalen geräumt und umgelagert werden.

Deutsche Bahn rät von Zugreisen ab

Die Deutsche Bahn und weitere deutsche Eisenbahnunternehmen raten wegen der Hitze am Wochenende von nicht dringend notwendigen Reisen im Fern- und Regionalverkehr ab. Das teilte die Deutsche Bahn online mit.

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Wegen der Hitze rät die Deutsche Bahn derzeit von nicht notwendigen Zugreisen ab. - keystone

«Die Verkehrsinfrastruktur in Deutschland ist an diesem Wochenende stark von der Rekord-Hitze betroffen. Auch der Schienenverkehr leidet unter den Extrem-Temperaturen», heisst es in der Mitteilung. Darüber hinaus warne der Deutsche Wetterdienst vor Gewittern und Starkregen.

Gewitter im Anmarsch – Bund warnt

Der Bund hat für Samstag eine Warnung vor heftigen Gewittern ausgesprochen. Betroffen sind vor allem das Wallis und das Berner Oberland, wo die Gefahrenstufe 3 von 5 gilt.

Die Gewitter bringen Starkniederschlag und Sturmböen mit sich, wie Meteoschweiz am Samstag mitteilte. Einzelne Gewitter sind demnach auch auf der Alpensüdseite, im Jura sowie in den restlichen Alpen und Voralpen zu erwarten.

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Der Bund warnt vor heftigen Gewittern. - meteoschweiz

Mit den Gewittern wird das Ende der Hitzewelle eingeläutet. Am Wochenende gelangt aus Südwesten weiterhin heisse, aber allmählich etwas feuchtere und instabilere Luft zu uns, wie es im Naturgefahrenbulletin des Bundes vom Samstag heisst. Damit steigt die Gewitterneigung. Dies zunächst vor allem in den Bergen. Am Sonntagabend und in der Nacht auf Montag werden auch im Flachland teils kräftige Schauer und Gewitter erwartet.

Diese Gewitter bringen bis Sonntagabend nur lokal eine Abkühlung, heisst es weiter.

Auf der Alpennordseite beendet den Prognosen zufolge am Montag eine Kaltfront die Hitzewelle. Auf der Alpensüdseite wird das Ende der Hitzewelle Mitte der nächsten Woche erwartet.

Drei Badeunfälle im Aargau

Die Kantonspolizei Aargau meldet am Samstag mehrere Badeunfälle. Ein 35-jähriger Slowake aus der Region Möhlin konnte geborgen werden, starb aber später im Spital.

Nach einem 20-jährigen Somalier aus dem Kanton Thurgau wird seit gestern Freitagabend gesucht.

Und ein 43-jähriger Deutscher konnte gerettet werden.

Polizeien melden mehrere Brände

Mit der Hitze kommt auch eine erhöhte Brandgefahr. Die Polizeien melden am Samstagvormittag erneut mehrere Brände.

Im Kanton Solothurn ist am Freitagabend ein Stoppelfeld in Brand geraten. Die Feuerwehr löschte den Brand in Gunzgen SO. Brandursache war laut Polizeiangaben der Funkenschlag einer Ballenpresse.

In Gunzgen SO ist ein Stoppelfeld wegen des Funkenschlags einer Ballenpresse in Brand geraten. Die Feuerwehren löschten den Brand.
In Gunzgen SO ist ein Stoppelfeld wegen des Funkenschlags einer Ballenpresse in Brand geraten. Die Feuerwehren löschten den Brand. - Handout Kantonspolizei Solothurn

Am Freitagabend ist es in einem Waldstück nahe der Autobahn A13 bei St. Gallen zu einem Brand gekommen.

Die örtliche Feuerwehr konnte den Brand rasch unter Kontrolle bringen und löschen. Als Brandursache wird von einer Selbstentzündung in einer Deponie für Grünabfälle ausgegangen.

In der vergangenen Nacht ist zudem in Ruswil LU eine Garage in Brand geraten.

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Bei dem Brand in Ruswil LU wurde niemand verletzt. - Kantonspolizei Luzern

Ein Übergreifen der Flammen auf das Wohnhaus konnte grösstenteils verhindert werden. Verletzt wurde niemand. Die Brandursache ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

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Der Brand in Ruswil LU. - Kantonspolizei Luzern

Bereits gestern Freitagabend sorgte ein Feuer für Schlagzeilen: Ausserhalb des Open Air St. Gallen geriet ein Waldstück in Brand. Verletzt wurde niemand. Warum das Feuer ausgebrochen war, war zunächst unklar.

Laut Bund herrscht in Teilen des Wallis derzeit sehr grosse Waldbrandgefahr (Gefahrenstufe 5, dunkelrot). In Teilen von Zürich, Luzern, Graubünden, St. Gallen, Aargau, Glarus, Neuenburg und Waadt herrscht grosse Gefahr. Das entspricht Gefahrenstufe 4 (auf der Karte rot).

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Derzeit herrscht in der gesamten Schweiz Waldbrandgefahr. - Bundesamt für Umwelt BAFU

In den restlichen Regionen der Schweiz herrscht erhebliche Gefahr, also Stufe 3 (auf der Karte orange).

Hitzewelle fordert vier tote Kinder in Frankreich

Unser Nachbarland Frankreich trifft die Hitzewelle ähnlich heftig wie die Schweiz. In einigen Städten werden heute – wie in Basel – bis zu 39 Grad erwartet.

Inzwischen hat die Hitze in Frankreich bereits vier kleinen Kindern das Leben gekostet: Gestern Freitag teilte ein Spital in Marseille mit, dass ein 18 Monate altes Kind in der Notaufnahme verstorben sei. Es war überhitzt in einem Auto aufgefunden worden.

Laut der französischen Zeitung «Le Figaro» wurde es wohl von seinem Vater im Auto vergessen. Er hätte es eigentlich in die Kita bringen wollen.

In einem Vorort von Paris war Anfang Woche ein dreijähriger Bub tot in einem Auto aufgefunden worden. Er war hineingeklettert und wurde eingeschlossen, als die Kindersicherung aktiviert wurde.

Auch die beiden weiteren Opfer verstarben in einem Auto: Ein zwei- und ein vierjähriges Kind wurden tot im Auto ihrer Familie auf einem Wohnparkplatz gefunden.

Hier herrscht die grösste Hitzegefahr

Der Wetterdienst des Bunds, Meteoschweiz, warnt für heute Samstag fast im kompletten Flachland vor erheblicher bis grosser Hitzegefahr.

Bei grosser Gefahr (Stufe 4, in der Karte rot), bestehe ein «grosses Risiko für Kreislaufbeschwerden und körperliches Unwohlsein».

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Heute Samstag gilt im Flachland überall Hitzegefahr. - Meteoschweiz

Der Wetterdienst empfiehlt, mindestens 1,5 Liter pro Tag zu trinken, am besten ungesüsste und alkoholfreie Getränke.

Man solle den Körper kühl halten: Schatten und kühle Räume aufsuchen, sich mit geeigneter Kleidung, Kopfbedeckung und Sonnenschutz schützen, Fenster beschatten und früh morgens lüften.

Temperatur sinkt teilweise nicht unter 28 Grad in der Nacht

Keine Abkühlung: Die Schweiz hat auch in der Nacht auf Samstag weit verbreitet Tropennächte erlebt. Am heissesten war die Nacht in St. Chrischona BS. Dort sanken die Temperaturen nicht unter 28,3 Grad.

Auch bei den Messstation in Uetliberg ZH und Lugano TI blieben die Temperaturen die ganze Nacht bei über 25 Grad, wie die Messwerte des Bundesamts für Meteorologie und Klimatologie (Meteoschweiz) zeigen. So verzeichnete Uetliberg einen Tiefstwerte von 25,6 Grad und Lugano einen Tiefstwert von 25,3 Grad.

Insgesamt registrierte das Meteoschweiz an 76 seiner 152 Messstationen eine Tropennacht

Heute kommt der Höhepunkt

Heute dürfte die Hitzewelle gemäss der Prognose von SRF Meteo ihren Höhepunkt erreichen: Im Raum Basel werden bis zu 39 Grad erwartet.

Bereits gestern Freitag wurde in Basel eine Temperatur von 38,8 Grad gemessen – der bisherirge Rekord.

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Heute werden nochmals rekordverdächtige Temperaturen erwartet. Abgebildet: Besucherinnen am Openair St. Gallen kühlen sich ab. - keystone

Nach der Tropennacht dürften die Temperaturen auf der Alpennordseite auf 32 bis 38 Grad steigen, selbst auf 2000 Meter über Meer wird es mit 22 Grad warm.

Am Sonntag geht es heiss weiter, am Abend kann es aber zu teils starken Gewittern kommen. Auch am Montag werden Gewitter erwartet bei noch maximal 30 Grad. Anschliessend endet die Hitzewelle langsam und die Temperaturen werden wieder angenehmer.

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Kommentare

User #5742 (nicht angemeldet)

Kommentarschreiber verhunzen die Meinung der Wissenschaft. Trotzdem wird es ab dem Jahr 2050 in Europa Temperaturen bis 50 Grad Celsius geben. Ich wünsche euch von ganzem Herzen eine fröhliches Grillfest im Monat November.

User #3617 (nicht angemeldet)

Sicher ist nur, dass auch die SVP heiss läuft, wie man hier an vielen Kommentaren leicht erkennen kann.

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