Haushalt-Abfälle landen in öffentlichen Kübeln: Es hagelt Bussen!

Gerry Reinhardt
Gerry Reinhardt

Gossau,

Hausmüll illegal in öffentliche Kübel zu stopfen, scheint immer mehr normal zu werden. Die Städte kämpfen dagegen. Nur in Zürich weiss man von nichts.

Basel Müll
Haushaltmüll in öffentlichen Kübeln. In Basel nimmt dieses Phänomen zu. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Immer mehr Menschen entsorgen ihren Haushaltmüll illegal in öffentlichen Abfallkübeln.
  • In Chur wurden 2024 bereits 159 Bussen ausgesprochen – Tendenz steigend.
  • In Basel besteht der Kübelinhalt laut Schätzung zu 40 % aus Haushaltsabfällen.
  • In Zürich drohen die höchsten Bussen. Doch die Stadt sieht kein Abfallproblem.

Die Szene spielt sich frühmorgens an einer Bushaltestelle in Gossau SG ab. Ein Buschauffeur beobachtet, wie ein Mann kurz vor dem Einsteigen eine volle Tragtasche in einem öffentlichen Abfallkübel entsorgt.

«Das passiert hier regelmässig», sagt er zur Herisauer Zeitung. «Vor dem Einsteigen wird schnell noch ein Sack Hausmüll entsorgt.»

Was viele nicht wissen oder bewusst ignorieren: Diese Art der Entsorgung ist illegal.

Bist du ein Abfall-Sünder?

Problem betrifft nicht nur Gossau

Die Stadt Gossau bestätigt: Solche Fälle häufen sich.

Eine Nau.ch-Umfrage in anderen Städten zeigt: Das Problem ist nicht auf Gossau beschränkt.

Basel: Kontrolleure finden 40 Prozent Hausmüll

Basel kennt das Phänomen genau. Dort schätzt man, dass bis zu 40 Prozent des Inhalts öffentlicher Kübel aus Hausmüll besteht.

Dieser müsste eigentlich korrekt über die offiziellen Bebbi-Säcke entsorgt werden. Gegen Gebühr versteht sich.

Das weiss man so genau, weil im Amt für Umwelt und Energie Abfallkontrolleure im Einsatz stehen. Sie prüfen gezielt, was wo landet.

Luzern wundert sich über den Inhalt der illegalen Entsorgung

Auch Luzern kennt das Problem. Laut Benedikt Bucher, Leiter Betrieb und Strassenunterhalt, hat der Abfall auf öffentlichen Flächen wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht.

Auch dort wird beobachtet, wie Personen privat gefüllte Säcke in öffentliche Kübel werfen.

Auffällig: Oft enthalten sie Glas, Pet-Flaschen oder Aludosen. Abfälle, die eigentlich gratis an Sammelstellen entsorgt werden könnten.

Chur: 159 Bussen im letzten Jahr – Tendenz steigend

Chur kennt das Problem nicht nur, die Stadt hat auch klare Zahlen: 159 Bussen wurden 2024 wegen illegaler Abfallentsorgung ausgesprochen. Im laufenden Jahr sind bereits 97 Fälle registriert.

Ein spezialisiertes Team im Werkbetrieb der Stadt Chur analysiert problematische Funde. Gian-Andrea Lombris, Dienststellenleiter Grün und Werkbetrieb erklärt:

«Unsere Mitarbeitenden sind sensibilisiert. Wenn sie auf falsch entsorgten Abfall stossen, wird dieser untersucht und, wenn möglich, den Verursachern zugewiesen.»

Winterthur: Kampagne gegen illegale Müllentsorgung

Winterthur geht aktiv gegen illegale Entsorgung vor: Unter dem Motto «Hauskehricht ist Privatsache» läuft eine städtische Kampagne mit Plakaten und gezielten Kontrollen. Dort landeten 2024 nach Schätzungen bis zu 50 Prozent Hausmüll in den öffentlichen Kübeln.

Und Zürich? Gibt sich unbeeindruckt

Auf Anfrage bei Entsorgung und Recycling Zürich heisst es: Nein, das Problem sei in der Stadt nicht bekannt. Die Stadt erhebt nach eigenen Angaben keine Daten zur Herkunft des Abfalls in öffentlichen Kübeln.

Man weiss also nicht, ob Haushaltsmüll darunter ist. Oder will es gar nicht wissen.

Zwar beobachten städtische Mitarbeitende vereinzelt entsprechende Fälle, ein Problem sieht man aber nicht.

Im Gegenteil: Die Stadt geht sogar von einer leichten Abnahme des allgemeinen Siedlungsabfalls aus. Mediensprecher Christoph Mahlstein bestätigt dies gegenüber Nau.ch

Teures Pflaster Zürich: Bis zu 50'000 Franken Busse

Dabei ist Zürich das strengste Pflaster: Wer beim illegalen Entsorgen erwischt wird, muss mit einer Busse von bis zu 50'000 Franken rechnen. Üblich sind aber rund 300 Franken.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum sich niemand erwischen lassen will. Oder warum man lieber gar nicht so genau hinschaut.

Kommentare

User #5436 (nicht angemeldet)

Wundern mir nicht. Welcher Idiot hast Abfallsack Gebühr erfunden? Wie so macht man da Gebühr nicht gleich auf Produkt gemacht. Dann ist es gleich bezahlt ist wie bei Elektrogerät und kann sich nicht mehr Tücken. Aber nein man muss ein Gebühr erfinden damit wir noch mehr Steuern bezahlen müssen was sowieso schon bezahlt ist. Ich hätte schon in Luzern Hinterland (Napf) gesehen wie ein BIO Bauern ein Grube nähe Waldrand machte und tonnenschwere, allerlei Müll Entzog hat uns den gruben wieder zu gebuddelt hat.

User #1409 (nicht angemeldet)

Ich bin Hündeler und finde sogar in den Robidogs entsorgte Haushaltmüll...vor allem nach den Wochendende ist es sehr schlimm...

Weiterlesen

14 Interaktionen
In Winterthur
Easyjet Nuss-Allergie
307 Interaktionen
Wegen 1 Passagier
Parkplätze
7 Interaktionen
Initiative

MEHR AUS ST. GALLEN

Michael Götte
1 Interaktionen
SVP-Nationalrat
St.Gallen
1 Interaktionen
St.Gallen
de
5 Interaktionen
Cupfinal-Tickets