Unwetter und Hagel sorgen für eine Knappheit an Schweizer Sommergemüse. Das treibt die Preise nach oben. Auch die Qualität leidet.
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Das schlechte Wetter der letzten Wochen hat Einfluss auf die Schweizer Gemüse-Produktion. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Starkniederschläge und Hagel haben viel Freilandgemüse zerstört.
  • Mit zu wenig Licht wachsen Gewächshauskulturen langsamer.

Heftige Regenfälle und starker Hagel haben die Schweiz diesen Sommer heimgesucht. Das beschäftigt nicht nur Versicherungen, sondern auch Bauern.

Die Schweizer Gemüseproduzenten sprechen von einer «teils prekären» Situation. Bei Freilandgemüse bescherten Hagel und Starkregen teilweise sogar Totalschäden. Gewächshauskulturen litten die letzten Wochen unter Lichtmangel, was zu einem langsameren Wachstum führt.

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Die Unwetter haben deutliche Spuren hinterlassen. - Keystone

«Am ehesten wird man eine Verknappung bei den Schweizer Salaten spüren», sagt Sprecher Markus Waber. Betroffen seien aber eigentlich zurzeit alle Sommergemüse. Die Verknappung treibt die Preise nach oben. «In welchem Umfang kann nicht beziffert werden.»

Steigende Beschaffungspreise

Coop-Sprecherin Melanie Grüter bestätigt: «Aufgrund der Wetterlage der letzten Wochen ist bei Schweizer Früchten und Gemüse vereinzelt mit steigenden Beschaffungspreisen zu rechnen.» Man gebe aber nur unvermeidbare Preiserhöhungen weiter.

Migros lässt sich nicht in die Karten blicken. «Die Preise von Obst und Gemüse unterliegen naturgemäss immer Schwankungen, da sie von der Verfügbarkeit abhängig sind», so Sprecherin Cristina Maurer Frank.

CO2-Gesetz
Noch können die Detailhändler die Nachfrage abdecken. - Keystone

Die Unwetter der letzten Woche haben aber bereits Einfluss auf das Angebot der Detailhandel-Riesen. Coop spürt Auswirkungen bei vereinzelten Schweizer Früchten und Gemüse. Etwa Erdbeeren, Kirschen und Kopfsalat. «Dank unseres breiten Sortiments und des grossen Einsatzes unserer Produzenten können wir die Nachfrage abdecken», sagt Grüter.

Schweizer Gemüse hat Priorität

Das Basler Unternehmen ist aktuell im Austausch mit Lieferanten. Schweizer Ware habe Priorität, heisst es. «Sind Schweizer Früchte und Gemüse aufgrund der Wetterverhältnisse nicht in ausreichender Quantität und Qualität verfügbar, werden diese aus dem nahen Ausland importiert.»

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Migros verzeichnet aktuell noch keine Lücken im Angebot. Allerdings sei die Haltbarkeit aufgrund der starken Regenfälle eingeschränkt, sagt Maurer Frank. «So können Salate teilweise trotz Waschens noch immer leicht mit Erde verschmutzt sein.»

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