Gutachterin schildert komplexes Krankheitsbild von Patient
Am Bezirksgericht Brugg AG hat am Montag eine mehrtägige Verhandlung begonnen. Beschuldigt sind eine Ärztin und ein Arzt. Es geht um deren Verantwortlichkeit für den Tod eines Patienten in der Psychiatrischen Klinik Königsfelden.

Zum Auftakt erläuterte eine Gutachterin das vielschichtige, komplexe Krankheitsbild des jungen Mannes. Ausser einem Asperger Syndrom wies er verschiedene zusätzliche Symptome auf, welche die Klinik vor «erhebliche diagnostische Herausforderungen» gestellt habe.
Aufgrund des akuten Verlaufs sei es sehr schwierig gewesen, weitere Abklärungen vorzunehmen. Die Medikation des Patienten bezeichnete die Gutachterin als nachvollziehbar. Die Unterbringung in einem Isolationszimmer habe die Selbstverletzungen nicht reduzieren können. Angezeigt gewesen wäre eine dauernde 1:1-Betreuung.
Der knapp 18-jährige Patient wies selbstgefährdendes aber auch fremdgefährdendes Verhalten auf. Es kam zu sexuellen Grenzüberschreitungen und zu Drohungen gegen Pflegekräfte der Psychiatrischen Dienste Aargau (PDAG). Weil er sich immer wieder auf den Kopf fallen liess, erlitt er schliesslich tödliche Kopfverletzungen. Er starb Anfang Januar 2021.






