Gurken-Preise gehen durch die Decke
In der Schweiz sind die Gurkenpreise in den letzten Monaten massiv angestiegen. Detailhändler erklären die Gründe für den Preisanstieg.

Das Wichtigste in Kürze
- Einige Gemüsesorten, insbesondere Gurken, sind in den letzten Monat teurer geworden.
- Der Grund: knappe Ernteerträge wegen Schlechtwetterperioden in Spanien.
Gemüse, insbesondere Gurken, sind in den letzten Monaten massiv teurer geworden. Ein Blick auf das Datenportal der Agrar- und Lebensmittelmärkte des Bundesamtes für Landwirtschaft zeigt: Gurken wurden im Vergleich zur Vorwoche um 12 Prozent teurer.
Das bestätigen auch verschiedene Detailhändler in der Schweiz.
Denner: Gurken 60 Prozent teurer als im Vorjahr
Denner steht vor den gleichen Herausforderungen, sagt Mediensprecher Thomas Kaderli zu Nau.ch: «Durch knappe Ernteerträge infolge Schlechtwetterperioden gerät die Warenverfügbarkeit der Gurken aus Spanien unter Druck.»
Er rechnet vor: «Im Vergleich zur gleichen Kalenderwoche im Vorjahr ist der Preis für eine Gurke von 80 Rappen auf 1.30 Franken gestiegen.»

Dies entspricht einer Preissteigerung von rund 60 Prozent.
Ähnliche Entwicklungen gebe es beispielsweise auch bei Rispentomaten oder Zucchetti mit Herkunft Spanien, erklärt Kaderli.
Dies könne sich bei besseren klimatischen Bedingungen aber auch rasch wieder ändern. «Die Preise für Früchte und Gemüse sind generell sehr volatil und ändern wöchentlich oder sogar täglich, je nach aktueller Verfügbarkeit.»
Auch andere Detailhändler bestätigen Teuerung
Auch Coop-Mediensprecher Thomas Ditzler bestätigt den Gurken-Teuerungs-Trend in der Schweiz: «Die Verkaufspreise sind gegenüber der Vorjahresperiode grundsätzlich gestiegen.»
Mit prozentualen Vergleichen hält sich Coop allerdings zurück.
Ditzler: «Bei Gurken gelten Wochenpreise. Vergleiche über einen längeren Zeitraum gilt es deshalb mit Vorsicht zu betrachten, eine exakte Angabe ist nicht möglich.»
Die Preise bei Coop seien grundsätzlich von den Beschaffungspreisen abhängig. Diese können durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden, erklärt Ditzler: «Insbesondere das Wetter, die Anbauplanung in der gesamten Produktion sowie ein erhöhter Absatz rund um die Festtage.»
Und auch bei Coop sind andere Gemüsesorten betroffen, erklärt der Mediensprecher: «Bei Peperoni, Zucchetti und Auberginen stellen wir derzeit ähnliche Beobachtungen fest.»
Auch Nicole Graf, Mediensprecherin Lidl Schweiz, bestätigt, dass die Preise für Gurken in den letzten Wochen deutlich gestiegen sind. «Wir haben unsere Verkaufspreise an das veränderte Marktumfeld angepasst», sagt sie.

Die Gurken-Preise steigen aber nicht nur in der Schweiz: Auch in Deutschland ist Gemüse in den letzten Monaten immer teurer geworden.
Auch hier sind Gurken besonders betroffen, die Preise sind massiv gestiegen. Der Grund dafür ist auch hier ein begrenztes Angebot aus Schlüsselanbaugebieten wie Südspanien und den Niederlanden, wie der «Spiegel» berichtet.
Schlechtes «Gurkenwetter» sorgt für schlechte Ernte und hohe Preise
Das Winterwetter hat sich dieses Jahr als besonders ungünstig für diese Regionen erwiesen und die Ernte beeinträchtigt. Das erklärt Gabriele Held, eine Marktexpertin der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) in Deutschland, der Zeitung.
In Spanien folgte auf einen ungewöhnlich langen und warmen Spätsommer ein abrupter Temperaturabfall. Dieser Witterungswechsel hat die Pflanzen geschwächt. «Bei Nachttemperaturen von weniger als 10 Grad wachsen Gurken nicht gut», sagt Held.

Laut dem Statistischen Bundesamt in Deutschland waren Gurken im Dezember um 43 Prozent teurer als im Vormonat. Gegenüber Oktober ist es sogar eine Steigerung von 80 Prozent.










