Grosse Mehrheit befürwortet schärferes Waffengesetz
Das Waffengesetz in der Schweiz soll verschärft werden, findet ein Grossteil der Schweizer Bevölkerung. Das geht aus einer neuen repräsentativen Umfrage hervor.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Schweizer Bevölkerung will eine Verschärfung des Waffengesetzes.
- Das geht aus einer neuen Umfrage hervor.
- Besonders für eine Verschärfung sind Frauen, Jüngere und Städter.
Eine grosse Mehrheit der Schweizer Bevölkerung hat sich für eine Verschärfung des Waffengesetzes ausgesprochen.
Besonders die Einführung eines psychologischen Attests für den Waffenkauf findet breite Zustimmung. Das zeigt eine neue Umfrage vom Sonntag.
Die Debatte über die Schweizer Waffengesetzgebung wurde durch mehrere Tötungsdelikte und einen Amoklauf in Aarau neu entfacht.
Eine repräsentative Umfrage des Forschungsinstituts Leewas im Auftrag von 20 Minuten und Tamedia zeigt nun: Die Schweizer Bevölkerung hat eine deutliche Haltung.
Frauen, Jüngere und Städter eher für eine Verschärfung
Insgesamt befürworten 70 Prozent der Befragten einen erschwerten Zugang zu Feuerwaffen sowie eine Verschärfung des Waffenbesitzes. 50 Prozent stimmten der entsprechenden Frage mit «Ja» zu, weitere 20 Prozent mit «Eher Ja».
Dagegen sprachen sich 27 Prozent aus, davon 18 Prozent mit einem klaren «Nein».
Deutliche Unterschiede zeigten sich dabei zwischen den Geschlechtern. Während 78 Prozent der Frauen eine Verschärfung befürworten, liegt die Zustimmung bei den Männern bei 61 Prozent.
Auch das Alter spielt eine Rolle: Die Zustimmung steigt von 62 Prozent bei den 18- bis 34-Jährigen auf 79 Prozent bei den über 65-Jährigen an.
Personen in Städten und Agglomerationen (je 72 Prozent) sind einer Verschärfung gegenüber positiver eingestellt. Jene auf dem Land (67 Prozent) sehen sie kritischer.
Politischer Graben bei der Frage nach einer Gesetzesverschärfung
Die Frage nach einem schärferen Waffengesetz spaltet ausserdem die Parteianhängerschaften. Die grösste Zustimmung findet sich im links-grünen Lager (SP 92 Prozent, Grüne 85 Prozent).
Auch bei den Anhängerschaften der Mitte (71 Prozent) und der FDP (63 Prozent) überwiegt das Ja-Lager deutlich. Ebenso bei der GLP (80 Prozent).

Am skeptischsten sind die SVP-Sympathisanten. Hier befürworten 51 Prozent eine Verschärfung, während 47 Prozent dagegen sind. Mit 35 Prozent «Nein»-Stimmen ist die Ablehnung in dieser Gruppe am stärksten ausgeprägt.
Psychologisches Attest soll her
Noch deutlicher ist das Ergebnis bei der Frage nach einem obligatorischen psychologischen Attest für den Kauf und Besitz von Feuerwaffen. Insgesamt 80 Prozent der Befragten unterstützen diese Massnahme (58 Prozent «Ja», 22 Prozent «Eher Ja»). Nur 17 Prozent sind dagegen.
Diese Forderung wird über alle demografischen und politischen Gruppen hinweg mehrheitlich geteilt. Selbst bei den SVP-Anhängern findet ein psychologisches Attest mit 71 Prozent eine klare Mehrheit.
Die Umfrage wurde vom 24. bis 27. September 2026 durchgeführt.
An der Erhebung nahmen 10'858 Personen aus allen Landesteilen teil. Der statistische Fehlerbereich für die Gesamtergebnisse liegt bei plus/minus 2,5 Prozentpunkten.












