Graubünden soll bei Wasserkraftwerken, deren Konzessionen auslaufen, den Heimfall ausüben und Mehrheitsbeteiligungen erlangen. Die Kantonsregierung will mit dieser neuen Strategie bedeutend mehr Wertschöpfung aus der Wasserkraft herausholen.
Kanton Graubünden
Schweizer Fahnen und Fahnen des Kantons Graubünden. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Kanton und die Konzessionsgemeinden sind heute mit nur etwa 20 Prozent an den Wasserkraftwerken in Graubünden beteiligt.

Wie andere Gebirgskantone auch, fühlt sich das Bündnerland dadurch seit vielen Jahren benachteiligt. Die Mehrheitsbesitzer, Stromkonzerne etwa, realisieren und versteuern ihre Gewinne im Mittelland. Der grösste Teil der Wertschöpfung fällt dort an.

Das soll sich mit der neuen Wasserkraftstrategie ändern, wie die Kantonsregierung am Montag mitteilte. Die Chance dazu bietet sich mit dem Auslaufen der Konzessionen von einem beträchtlichen Teil der Kraftwerke zwischen 2035 und 2050. Sie liefern 70 Prozent des in Graubünden produzierten Stroms.

Die Exekutive will diese Konzessionen nicht verlängern, sondern den sogenannten Heimfall ausüben. Dieser ermöglicht dem Kanton und den Standortgemeinden der Kraftwerke, diese zu einem äusserst günstigen Preis zu erwerben.

Die Kraftwerke seien für nur 20 bis 30 Prozent ihres Wertes zu haben, schrieb die Regierung. Es seien nur trockene Anlagenteile wie Generatoren und Stromleitungen zu berappen. Den nassen Teil - Staumauern, Stollen und Turbinen - gibt es gemäss Heimfallregeln zum Nulltarif.

Die Kraftwerke will die Regierung zwar auch in Zukunft zusammen mit Partnerunternehmen betreiben. Im Gegensatz zu heute sollen aber Kanton und Gemeinden die Mehrheit an den Anlagen halten. Die Exekutive will eine neue Beteiligungsgesellschaft gründen, in der die Anteile der öffentlichen Hand an allen Kraftwerken zusammengefasst werden.

Als nächstes wird der Bündner Grosse Rat die Pläne der Regierung diskutieren. Das Parlament soll dabei gewisse «Stossrichtungen» bei der Umsetzung der Wasserkraftstrategie festlegen.

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