Gossau SG

    Gossau SG: Das passiert, wenn die erste Schulstunde freiwillig ist

    Etienne Sticher
    Etienne Sticher

    Gossau,

    Nach einem Jahr mit freiwilliger erster Stunde ziehen Schüler und Lehrer der Schule Gossau positive Bilanz. Einziger Nachteil: Das Modell ist personalintensiv.

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    Der Unterricht in Gossau SG ist dank dem späteren Beginn des Pflichtunterrichts lebendiger. (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Gossau ist die erste Schulstunde freiwillig, der reguläre Unterricht beginnt später.
    • Nach einem Jahr wird ein positives Fazit gezogen, die Lektionen seien lebendiger.
    • Doch wegen des Mehraufwands musste eine zusätzliche Stelle geschaffen werden.

    Die Oberstufe in Gossau SG geht neue Wege: Die Schülerinnen und Schüler entscheiden selbst, ob sie um 7.30 Uhr oder eine Stunde später zur Schule gehen. Denn die erste Stunde ist freiwillig, es stehen begleitetes Lernen, ein sportliches und ein musisches Programm zur Verfügung. Nach einem Jahr mit diesem Modell zieht die Schule ein positives Fazit.

    Die Klasse sei «lebendiger», die Diskussionen besser, sagt Lehrer Vincenzo Merolillo gegenüber «SRF». Die Stunde bringe etwas. Kollegin Fiona Signer empfindet den Schulstart als ruhiger, friedlicher und entspannter.

    Gossau
    Gegen Ende der obligatorischen Schulzeit müssen sich Schülerinnen und Schüler für ihren weiteren Werdegang entscheiden. - keystone

    Und auch die Schülerinnen und Schüler finden das neue System gut: Man sei von Anfang an voll dabei, die Motivation sei im ausgeschlafenen Zustand höher oder man könne sich besser konzentrieren. So lauten einige der Feedbacks.

    Nur rund 50 der 400 Schülerinnen und Schüler kommen frühmorgens. Deswegen haben sie aber nicht mehr Schulstunden: Die Langschläfer müssen die Stunde des Morgens nach dem Ende des Pflichtunterrichts um 15.15 Uhr nachholen, Frühaufsteher dürfen dann bereits nach Hause.

    Modell ist personalintensiver

    Dagmar Rösler, die Präsidentin des Lehrerverbands, begrüsst das Projekt in Gossau. Man wisse ja von Studien, dass sich Jugendliche später am Morgen besser konzentrieren könnten als früher am Morgen. Man müsse aber auch bedenken, dass das Modell sehr personalintensiv ist. Denn sowohl Frühaufsteher als auch Langschläfer müssen in den frei wählbaren Stunden betreut werden.

    Sind Sie Frühaufsteher oder Langschläfer?

    Dass es personalintensiv ist, musste auch die Schule Gossau erfahren. Es musste eine zusätzliche Stelle geschaffen werden. Roger John, einer der beiden Schulleiter, sagt: «Das haben wir unterschätzt.»

    Viele andere Schule bekunden ebenfalls Interesse am Modell. Einfach kopieren, gehe aber nicht, es müsse für jede Schule einzeln angepasst werden.

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