Geschäfts- und künstlerische Leitung verlässt Berner Dampfzentrale
Die Berner Kulturinstitution Dampfzentrale kommt weiterhin nicht zur Ruhe: die dreiköpfige Leitung verlässt das Haus Ende 2027. Um die Kulturinstitution an der Aare tobt seit Monaten ein Streit, nachdem die Stadt den Leistungsauftrag neu ausschrieb.

Nun verlassen Anneli Binder, Karin Bitterli und Roger Ziegler die «Dampfere» auf Ende 2027, wie der Vorstand der Institution am Mittwoch mitteilte. Ziegler prägte seit 2008 das Musikprogramm, Binder seit 2016 den Bereich Bühne und Bitterli war seit 2021 für das Kaufmännische zuständig.
Im vergangenen Sommer schrieb die Stadt Bern den Leistungsvertrag mit der Dampfzentrale neu aus. Damit will die Stadt das Potenzial ausloten, um die Angebotsdichte zu erhöhen und die Dampfzentrale noch stärker zu einem aktiven Ort des Berner Tanzschaffens zu machen, wie sie seinerzeit mitteilte. Nach einem zweistufigen Wettbewerb soll die neue Trägerschaft im Frühling 2026 feststehen.
Die Neuausschreibung führte zu Spannungen zwischen dem damaligen Vorstand der Dampfzentrale und der Geschäftsleitung. Die Geschäftsleitung behielt die Oberhand, der damalige Vorstand trat im August geschlossen zurück.
Ans Ruder kam ein neuer Vorstand um das Co-Präsidium mit Tabea Rai und Sandro Niederer. Der neue Vorstand reichte daraufhin eine Bewerbung für einen neuen Leistungsauftrag bei der Stadt Bern ein.
Die dreiköpfige Leitung habe sich dafür eingesetzt, die Dampfzentrale als kulturelles Zuhause der Berner Bevölkerung zu verankern und gleichzeitig international zu vernetzen, heisst es in einer Mitteilung vom Mittwoch.
Alle im Leistungsvertrag geforderten Kennzahlen habe die «Dampfere» erfüllt. Betrieblich und finanziell sei die Organisation solide aufgestellt.
«Das Misstrauensvotum seitens Kultur Stadt Bern und dem frisch konstituierten Gemeinderat im Juni 2025 nahm die derzeitige Leitung zur Kenntnis und zog entsprechend Konsequenzen. Die jahrelange Aufbauarbeit sollte jedoch eine Chance bekommen, zumindest teilweise weitergeführt werden zu können. In diesem Sinne wirkte die Leitung bei der neuen Bewerbung des Vereins Dampfzentrale um den Leistungsvertrag 2028 – 2030 mit ihrer Expertise mit», heisst es in der Mitteilung weiter.
Da die Visionen zwischen Leitung und Gemeinderat auseinanderlagen, entschieden sich Binder, Bitterli und Ziegler nun, das Haus Ende 2027 zu verlassen. Bis dahin wollen sie die Dampfzentrale «weiterhin engagiert führen».
Was dieser Entscheid nun für die Bewerbung um einen neuen Leistungsvertrag konkret heisst, blieb am Mittwochmorgen offen. Beim Vorstand der Dampfzentrale hiess es auf Anfrage, man gebe erst nach dem Entscheid der Stadt einen Rückblick. Weitere Angaben mache der Vorstand derzeit keine. Bei Kultur Stadt Bern hiess es, man könne keine Auskünfte zu den Bewerbungen geben, dies sei Sache der betroffenen Häuser.






