Genfer Staatsrechnung schliesst mit kleinem Überschuss
Der Kanton Genf hat das Rechnungsjahr 2025 mit einem unerwarteten Überschuss von 50 Millionen Franken abgeschlossen. Budgetiert war ein Defizit von 256 Millionen Franken.

Zum positiven Ergebnis trugen vor allem einmalige Faktoren bei, wie der Staatsrat am Donnerstag mitteilte. Die Steuereinnahmen lagen um 166 Millionen Franken über Budget, insbesondere wegen Nachträgen aus früheren Jahren und der Bereinigung komplexer Steuerfälle.
Zudem erhielt der Kanton 117 Millionen Franken aus der Gewinnverteilung der Schweizerischen Nationalbank. Gegenüber dem Vorjahr blieben die Steuereinnahmen ohne einmalige Effekte jedoch nahezu stabil. Gleichzeitig stiegen die Staatsausgaben gegenüber 2024 um 490 Millionen Franken oder 4,7 Prozent.
Der Staatsrat sieht im positiven Abschluss keinen Hinweis auf ein strukturelles Gleichgewicht. Der Überschuss sei als glücklicher Sondereffekt zu betrachten.
Die Rechnung 2025 unterstreiche vielmehr die Notwendigkeit, das Ausgabenwachstum zu bremsen, das bereits stärker ausfalle als die Entwicklung der Einnahmen, schreibt der Staatsrat in der Medienmitteilung. Er bekräftigte zudem seine Absicht, im Frühjahr ein Sparprogramm vorzulegen.
Seit 2019 nahmen die Ausgaben des Kantons um insgesamt 2,3 Milliarden Franken zu. Das entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von rund 4 Prozent. Besonders stark stiegen die Kosten im Sozialwesen mit einem Plus von 884 Millionen Franken. Für die Gesundheit belief sich der Anstieg auf 459 Millionen Franken, für die Mobilität auf 192 Millionen Franken.
Im gleichen Zeitraum erhöhten sich die Steuereinnahmen um knapp 1,7 Milliarden Franken. Das entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 3,5 Prozent und liegt damit unter dem Ausgabenwachstum.
Die Investitionen des Staates beliefen sich 2025 auf 678 Millionen Franken. Sie lagen damit leicht über dem Vorjahresniveau. Die Verschuldung des Kantons stieg per Ende 2025 auf 11,3 Milliarden Franken, eine Zunahme von 937 Millionen Franken gegenüber Ende 2024.










