Heute Mittwoch schenken sich Paare Blumen und Schokolade als Liebesbeweis. Eine Nau.ch-Umfrage in Zürich zeigt: Viele halten den Valentinstag aber für überholt.
Geht es nach den befragten Zürcherinnen und Zürchern, könnte der Valentinstag abgeschafft werden. - Nau.ch/Nico Leuthold

Das Wichtigste in Kürze

  • Am Valentinstag reiben sich Blumengeschäfte die Hände.
  • Nau.ch hat bei Zürchern nachgefragt, was sie vom Tag der Liebe halten.
  • Viele stehen der Tradition skeptisch gegenüber.
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Freuen sich Zürcherinnen und Zürcher auf Geschenke am Valentinstag? Nur zum Teil, wie eine Nau.ch-Umfrage zeigt.

So findet Felicia den Tag «langsam ein bisschen überbewertet» und beklagt die «Geldmacherei». Auch Valentina kann nicht viel damit anfangen. Den Valentinstag bezeichnet sie als «Kommerz-Tag», der «overhyped» sei. Man könne auch während des Jahres die Liebe zelebrieren, findet sie.

Stammt der Valentinstag aus den USA?

Doch nicht nur der kommerzielle Aspekt stösst auf Kritik. Seniorin Jolanda beklagt sich darüber, dass das Brauchtum aus den USA übergeschwappt sei. «Ich bin damit nicht einverstanden, weil wir das in der Schweiz früher gar nicht kannten.»

Feiern Sie den Valentinstag?

«Egal ob Halloween oder Valentinstag – das feiere ich alles nicht», betont sie. Und: «Ich feiere das Sechseläuten – sonst nichts!»

Doch ist der Valentinstag tatsächlich eine amerikanische Erfindung, um den Konsum anzukurbeln? Nicht ganz, wie ein Blick in die Vergangenheit zeigt.

Schutzpatron der Verliebten

Namensgeber des Tages ist der heilige Valentin aus dem Alten Rom. Dort galt er als Schutzpatron der Verliebten. Der Überlieferung nach soll er im dritten Jahrhundert Paare trotz eines Verbots durch den Kaiser christlich getraut haben. Zudem soll er ihnen Blumen aus seinem eigenen Garten überreicht haben.

Das sollte allerdings nicht ohne Folgen bleiben: Am 14. Februar 269 wurde Valentin enthauptet. Deshalb widmete die römisch-katholische Kirche ihm später im Jahr 469 einen Gedenktag.

Im Jahr 1969 wurde dieser allerdings wieder abgeschafft. Grund: Ob es den heiligen Valentin tatsächlich gegeben hat, kann historisch nicht belegt werden.

Valentinstag
Der Valentinstag geht auf einen katholischen Gedenktag zurück.
Valentinstag
Der heilige Valentin soll Liebespaare im dritten Jahrhundert getraut und ihnen Blumen geschenkt haben.
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In England entwickelte sich das Brauchtum der «Valentinspaare», das in die USA überschwappte.
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Schliesslich waren es US-Soldaten, die den Brauch nach Westeuropa brachten.
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Heute ist der Valentinstag ein Millionengeschäft.

Dem Brauch tat dies allerdings keinen Abbruch. Denn bereits im 15. Jahrhundert hatte sich in England die Tradition entwickelt, dass sich Paare gegenseitig Geschenke gaben oder einander Gedichte schickten. Diese nannte man auch «Valentinspaare».

Dieses Ritual verbreitete sich von England aus in die USA, wo sich das Brauchtum weiterentwickelte. Schliesslich waren es dann US-Soldaten, die den Valentinstag nach dem Zweiten Weltkrieg nach Westeuropa brachten.

Blumenhändler jubeln über Valentinstag – und kämpfen mit Engpässen

Inzwischen gilt der 14. Februar als riesiges Geschäft. Gemäss Branchenverband setzte der Blumengrosshandel in der Schweiz am Valentinstag 2023 rund 40 Millionen Franken um. Das sind rund fünf Prozent des gesamten Jahresumsatzes.

Und auch global gesehen sind Blumen nach wie vor hoch im Kurs. Immer wieder kommt es am Valentinstag global sogar zu Engpässen. Denn im Gegensatz zum Muttertag wird dieser überall auf der Welt am gleichen Tag gefeiert.

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