Geht es um Ruhm oder Patientenwohl?

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    China,

    Vorsichtige Zurückhaltung ist die Sache eines Sergio Canavero nicht. Er will der erste sein, der mit der Transplantation eines Menschenkopfes in die Geschichtsbücher eingeht. Fachkollegen sind wenig begeistert - selbst sein engster Partner bremst, wo er kann.

    Wie die weltweit erste Kopftransplantation ablaufen soll, hat Sergio Canavero genau vor Augen: In einem mindestens 200 Quadratmeter grossen Operationssaal arbeiten Spezialisten an Spender und Empfänger, die fixiert in Metallgestellen sitzen. «100 Experten aus aller Welt werden diesen monumentalen Eingriff wagen», schreibt der italienische Neurochirurg in seinem Buch «Medicus Magnus» zum Prozedere.

    Alles nur Prahlerei?

    Auf Fotos zeigt sich Canavero durchtrainiert und muskulös, Eitelkeit kann ihm nicht fremd sein. Im Internet gibt es Bücher von ihm über die Eroberung von Frauen zu kaufen. Nun will er also den Kopf eines schwerkranken Menschen auf den Körper eines hirntoten Spenders setzen.

    Nur: Weder wurden in den vergangenen Jahren massenhaft Tierköpfe erfolgreich verpflanzt, noch gibt es andere wissenschaftliche Vorarbeiten. «Reine Publicity», sagt Edgar Biemer von der Praxisklinik Caspari in München, der in Deutschland an einer spektakulären Armtransplantation beteiligt war.

    Zweifel selbst beim Ärzte-Team

    Zweiter Hauptakteur in dem schon Jahre währenden Schauspiel ist Ren Xiaoping von der Medizinischen Universität in Harbin in Nordostchina. Dieser warnt, man sei noch nicht ganz so weit. Und er findet entschuldigende Worte für seinen Partner. «Die Persönlichkeiten von Leuten sind unterschiedlich», sagte er der Nachrichtenagentur Xinhua.

    Er macht's vor: Sergio Canavero will als erster Arzt einen Kopf verpflanzen.
    Er macht's vor: Sergio Canavero will als erster Arzt einen Kopf verpflanzen. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der italienische Neurochirurg Sergio Canavero will als Erster einen Kopf verpflanzen.
    • Selbst in seinem Ärzte-Team gibt es Zweifel, ob man medizinisch bereits so weit sei.

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