Snowboard

    Gefährlich? – Katze auf Snowboard: Vorwürfe an «Petfluencer»

    Simon Binz
    Simon Binz

    Lausanne,

    Eine Katze auf dem Snowboard begeistert Hunderttausende im Netz. Tierschützer warnen: Solche «Petfluencer»-Inszenierungen können dem Wohl der Tiere schaden.

    Elle Katze Petfluencer
    Amanda Bühler beim Snowboarden mit Elle in Gstaad. Laut Bühler hilft die Katze beim Gleichgewicht, indem sie ihr Gewicht verlagert. Sei sie müde, gleite sie zurück in den Rucksack - Instagram

    Das Wichtigste in Kürze

    • Amanda Bühler nimmt Instagram-Haustier Elle unter anderem zum Snowboarden mit.
    • Der von der Waadtländerin betriebene Account der Ragdoll-Katze hat 284'000 Follower.
    • Vier Pfoten kritisiert gefährliche Inszenierungen von Haustieren in sozialen Medien.

    Die Ragdoll-Katze Elle begleitet ihre Besitzerin unter anderem auf Wandertouren und auf dem Velo – und auch auf der Snowboard-Piste. Auf Instagram folgen dem Haustier mittlerweile 284'000 Menschen.

    Das Phänomen hat einen Namen: «Petfluencing», eine Mischung aus den englischen Wörtern «Pet» und «Influencer».

    Hinter den Videos steckt ein Geschäft. Wie der Westschweizer Sender «RTS» berichtet, können solche Tier-Accounts erhebliche Einnahmen generieren. Manche Menschen widmen ihre ganze Zeit dem digitalen Auftritt ihres Tieres.

    Was hältst du von Haustieren als «Petfluencer»?

    So auch Amanda Bühler, Kommunikationsspezialistin aus der Waadt. Sie kümmert sich seit sechs Monaten ausschliesslich um Elles Account. «Die Idee hinter Elles Account ist zu zeigen, dass eine Katze mehr kann, als zu Hause zu warten, bis man von der Arbeit zurückkommt», sagte sie am Samstag in der Hauptnachrichtensendung «19h30» von «RTS».

    Bühler gibt an, die Signale ihrer Katze zu kennen. Sie erkenne, ob Elle entspannt, müde oder von einer Situation überfordert sei. «Ich wähle Tage, an denen wenig Leute da sind, mache vielleicht vier Abfahrten mit ihr, und es richtet sich immer nach dem, was sie will. Sie kann mir sehr gut mitteilen, wenn sie genug hat», so Bühler.

    Tierschützer warnen vor Gefahren

    Tierschutzorganisationen sehen solche Inszenierungen jedoch kritisch. Besonders Verkleidungen bereiten ihnen Sorgen. «Fragwürdig sind Verkleidungen, die das Tier in seinen Bewegungen, seiner Kommunikation oder seiner Wärmeregulation behindern können», erklärt Nicolas Roeschli, Kampagnenverantwortlicher bei der Stiftung Vier Pfoten.

    Zudem warnt die Organisation vor Inhalten, in denen ein Tier in eine potenziell gefährliche Lage gebracht wird. Das gilt etwa dann, wenn es seinen Besitzer bei einer Extremsportart begleitet.

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    Tiere zu verkleiden sei leider ein «wachsender Trend», so Peta. - Instagram / @loki.doestricks und @katsrkole

    Die Kritik ist nicht neu. Nau.ch berichtete bereits im November 2025 über den Trend zu kostümierten Haustieren. Auch die Tierrechtsorganisation Peta sprach damals von einem «wachsenden Trend».

    Laut Jana Hoger von Peta verstossen Kostüme sogar oft gegen das Tierschutzgesetz, weil sie den Bedürfnissen der Tiere nicht entsprechen. «Wenn ein Kostüm Stress, Schmerz oder Leid verursacht, dann kann dies als tierschutzwidrig bewertet werden», so Hoger.

    Es gibt auch Sichtbarkeit mit Grenzen

    Es gibt auch Tierhalter und Tierhalterinnen, die ihre Tiere zeigen und dabei auf Grenzen achten wollen. Eine davon ist Mathilde Wyss. Sie studiert Veterinärmedizin und veröffentlicht Bilder ihrer Haustiere.

    Sie setzt dabei aber vor allem auf spontane Szenen aus dem Alltag, die für sie auch Erinnerungen sind. Ihre Hunde habe sie schon verkleidet, aber nie extrem, versichert sie gegenüber «RTS».

    Sie verzichte darauf, sobald ein Tier nicht mitmachen wolle. «Ich zwinge nicht. Ich möchte Sichtbarkeit, aber ich habe lieber weniger Follower und dafür gute», sagt Wyss.

    Die Tierschutzorganisationen rufen derweil Halter dazu auf, sich zu fragen, unter welchen Bedingungen ihre Inhalte entstehen. Das Wohl des Tieres müsse immer an erster Stelle stehen.

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    Kommentare

    User #9413 (nicht angemeldet)

    Für mich zählt nicht, ob jemand mit einer Katze oder einem Hund unterwegs ist, sondern ob es dem Tier gut geht und seine Bedürfnisse respektiert werden!

    User #4066 (nicht angemeldet)

    Und die nennen sich alle auch artgerechte Tierschützer und greifen andere Tierschützer öfters auch mal verbal an wie die Leinenpflicht-freudigen Hundehalter die ihre Hunde artgerecht nie von der Leine lassen aus ihrer eigenen Unsicherheit heraus…..solche nennen sich sogar öfters Hundeflüsterer

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