Ein kleiner Nager ist von Pro Natura zum Tier des Jahres gekürt worden. Der Gartenschläfer wird dies aber erst im April erfahren – aktuell hält er Winterschlaf.
Gartenschläfer
Maske, Schwanzquaste, grosse Ohren: Der Gartenschläfer ist laut Pro Natura unverwechselbar. - sda - Pro Natura / Biosphoto / Frédéric Desmette
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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Gartenschläfer tritt die Nachfolge des Bachflohkrebses als Tier des Jahres an.
  • Die Schweizer Naturschutzorganisation Pro Natura hat das Nagetier gewählt.
  • Damit soll zum Schutz der Wildnis aufgerufen werden.

Der Gartenschläfer ist das «Tier des Jahres 2022». Dazu hat ihn Pro Natura erkoren. Das seltene Nagetier weiss noch nichts davon - es schläft bis in den April hinein. Die Wahl des Gartenschläfers versteht die Naturschutzorganisation als Aufruf zum Schutz der Wildnis.

Der in Baumhöhlen und Felsspalten, Mauern, Gebäuden und Höhlen überwinternde Gartenschläfer (Eliomys quercinus) kommt nur in Europa vor.

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Während des Winterschlafs büssen Gartenschläfer rund die Hälfte ihres Körpergewichtes ein. - Pro Natura (© Biosphoto / Jean-François Noblet)

Aber der Wald als sein ursprünglicher Lebensraum ist laut Pro Natura stark in Bedrängnis. Lediglich 6,3 Prozent der Schweizer Waldfläche waren demnach Ende 2018 als Waldreservate mit Vorrang für den Naturschutz gesichert. Bis 2030 sollen es zehn Prozent werden - so das Ziel der Schweiz.

Bestand schrumpft seit Jahrzehnten

«Vor dem Hintergrund der akuten Biodiversitätskrise» sei das ungenügend, heisst es in einer Mitteilung von Pro Natura vom Sonntag. Der Gartenschläfer habe diesen Verlust nur dank seiner Anpassungsfähigkeit als sogenannter Kulturfolger überlebt.

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Maske, Schwanzquaste, grosse Ohren: Der Gartenschläfer ist unverwechselbar. - Pro Natura (Biosphoto / Frédéric Desmette)

Im 19. Jahrhundert seien Gartenschläfer noch in allen Regionen der Schweiz vorgekommen und auch häufiger als ihre bekannteren Verwandten gewesen, die Siebenschläfer. Seit Jahrzehnten schrumpfe ihr Bestand jedoch stark.

Heute stehe der Gartenschläfer deshalb aus globaler Sicht auf der Roten Liste (Kategorie «fast bedroht»), so Pro Natura. In der Schweiz gelte er noch als «nicht bedroht».

Wie finden Sie den Gartenschläfer?

Bund und Kantone sollten mehr Waldreservate schaffen, fordert Pro Natura. Dies, um das Überleben des Gartenschläfers und jener rund 25'000 Arten zu sichern, die auf Wildnis im Wald angewiesen seien.