Die Freunde der Verfassung verlieren ein prominentes Gesicht: Michael Bubendorf ist nach einem internen Zerwürfnis nicht mehr Teil des Vorstands.
Michael Bubendorf diskutierte aggressiv und bog auch mal eine Studie zurecht, um das eigene Narrativ zu stützen. - SRF

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Sprecher der «Freunde der Verfassung», Michael Bubendorf, ist nicht mehr im Vorstand.
  • Der Verein distanziert sich von den Aussagen ihres Aushängeschilds.
  • Er habe in seiner Funktion private Meinungen als die des Vereins verkauft.
  • Bubendorf selber widerspricht der Darstellung des Vereins entschieden.

Er war eines der Gesichter der Massnahmen-Gegner: Michael Bubendorf wurde im Sommer bekannt, nachdem er im SRF-«Club» und der Arena als Sprecher der «Freunde der Verfassung» auftrat. Dabei stach er durch aggressive Rhetorik und heftige Kritik an den Behörden hervor.

Freunde der Verfassung: Nicht unsere Meinung vertreten

Jetzt hat er sich offenbar mit dem Führungsorgan seiner Organisation überworfen. Der Vorstand der «Freunde der Verfassung» hatte am Dienstag mitgeteilt, dass Bubendorf bereits im Oktober seinen Rücktritt eingereicht, man aber mit der Kommunikation bis zu der Abstimmung abgewartet habe.

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Die radikalen Massnahmen-Gegner Prisca Würgler und Michael Bubendorf erhalten in der Sendung viel Raum für ihre Theorien. - Screenshot SRF

Seither war er im Ausland und nicht mehr an den Sitzungen zugegen. Zu den genauen Hintergründen will sich der Verein nicht äussern. Aber offenbar überschritt Bubendorf mit seiner Rhetorik bei seinen Auftritten mehrfach Grenzen: «Die öffentlichen Auftritte, welche Michael Bubendorf seit anfangs Oktober hatte, repräsentieren seine private Meinung und nicht diejenige des Vereins. Wir distanzieren uns davon.»

Bubendorfs Stellungnahmen seien mehrfach «nicht mit dem Leitbild und der Charta des Vereins zu vereinbaren» gewesen. Man verfolge seine Ziele «konsequent friedlich», beteuert der Verein.

Bubendorf mit anderer Variante

Bubendorf selbst hat sich am Mittwoch ebenfalls in einem Video zu der Trennung geäussert. Er wirft dem Verein vor, den Ablauf nicht wahrheitsgetreu wiedergegen zu haben.

Bubendorf wirft den Verantwortlichen vor, gelogen zu haben.

Stattdessen soll er erst am 25. November 2021 von einem Vorstandsmitglied eine E-Mail erhalten haben, in dem ihm der Rücktritt nahegelegt wurde. Er selber habe diesen aber bis zu diesem Zeitpunkt nie eingereicht.

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