Fluch oder Segen? Wintersperre am Gotthardpass im Januar 1962

Keystone-SDA
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Uri,

Am 4. Januar 1962 hat der Schweizer Touring Club die Schliessung von 15 Alpenpässen bekanntgegeben. Zum Schlittenfahren schienen die Strassenbedingungen auf dem Gotthard hingegen ideal.

Kinder beim Schlitteln auf der gesperrten Gotthardstrasse bei Hospental im Kanton Uri, aufgenommen im Januar 1962. (Archivbild)
Kinder beim Schlitteln auf der gesperrten Gotthardstrasse bei Hospental im Kanton Uri, aufgenommen im Januar 1962. (Archivbild) - KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/JULES VOGT

Seit dem Neujahrsabend habe es in vielen Regionen starke Schneefälle gegeben, schrieb die NZZ am 3. Januar 1962. Sie hätten in der Schweiz für chaotische Bedingungen gesorgt.

Viele Bäume seien unter der immensen Schneelast zusammengebrochen – mit erheblichen Folgen für den Strassen- und Schienenverkehr, berichtete die Zeitung. Die Baumstürze hätten zudem Schäden und Störungen beim Stromnetz verursacht.

Auf dem Rückweg aus dem Gotthardgebiet seien von den Schneemassen viele Wintersportler, die mit dem Auto unterwegs waren, überrascht worden. Fahrzeuge seien ins Schleudern gekommen und es habe in der Folge Zusammenstösse gegeben, so die NZZ. Die Passstrasse wurde daraufhin für den Autoverkehr geschlossen.

Solche Wintersperren sind auch heute noch üblich: Gemäss dem Bundesamt für Strassen Astra wurde die Passstrasse über den Gotthard zwischen Hospental UR und Airolo TI am 7. November 2025 für den Strassen- und Langsamverkehr geschlossen.

Wirtschaftlich ist der Kanton Uri zu grossen Teilen auf den Verkehr ausgerichtet, wie in der «Geschichte des Kantons Uri und des Gotthardverkehrs bis ins 19. Jahrhundert» geschrieben steht. Mit dem wachsenden Autoverkehr sei Uri zum Transitland geworden.

Die «schnellen Benzinmotoren» hätten der Zeit «gemählicher Diligencen» ein Ende gemacht, schrieb die Gotthard-Post 1950. Nicht so im Januar 1962: Während der Wintersperre erobern sich Schlitten die verschneite Gotthardstrasse zurück. Die Kinder aus dem Urner Hospental dürften sich über den Schnee gefreut haben.

Eine ganzjährig befahrbare, wintersichere Strassenverbindung in den Süden sollte es erst Jahre später geben – mit der Einweihung des Gotthard-Strassentunnels 1980.

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