Findet man dank tiefen Wasserpegeln nun mehr Gold?
Die Trockenheit legt Kiesbänke frei. Doch ausgerechnet jetzt dürfen Goldwäscher vielerorts gar nicht in die Gewässer.

Das Wichtigste in Kürze
- Tiefes Wasser macht neue Fundstellen für Goldsucher sichtbar.
- Doch: Wegen Niedrigwasser sind viele Gewässer tabu.
- Goldwäscher blicken daher mit Sorge in die Zukunft.
Die Schweiz leidet unter einer aussergewöhnlichen Trockenheit.
Seen und Flüsse führen deutlich weniger Wasser als üblich, vielerorts gelten Einschränkungen für die Nutzung der Gewässer.
Für Goldwäscher könnte die anhaltende Trockenheit auf den ersten Blick sogar Vorteile bringen. Doch ausgerechnet jetzt können viele Goldsucher diese gar nicht nutzen.
«Grundsätzlich können tiefe Pegelstände Kiesbänke und Flussbereiche freilegen, die bei normalem Wasserstand nicht zugänglich sind. Dadurch werden potenziell interessante Stellen sichtbar», sagt Goldsucher Patrick Süss zu Nau.ch.
Schutz der Gewässer geht vor
«Allerdings herrscht derzeit in vielen Regionen Niedrigwasser und zum Schutz der Gewässer sollte man diese nicht betreten. Als Kursanbieter von erlebeschweiz.ch halte ich mich konsequent an diese Empfehlungen.»
Unter diesen Bedingungen führt Süss keine Goldwaschaktivitäten in den betroffenen Gewässern durch. «Der Schutz der Natur und der Fische hat für mich Vorrang.»

Ähnlich beurteilt es auch Goldwäscher Markus Liechti. Zwar werde der Zugang zu goldführenden Stellen durch das Niedrigwasser tatsächlich einfacher. Gleichzeitig erschwere die Trockenheit das Hobby aber massiv.
«Grundsätzlich wird der Zugang zum Gold mit weniger Wasser einfacher. Jedoch ergeben sich bei sehr wenig Wasser viele neue Probleme. Einerseits ist es jetzt teilweise gänzlich verboten Gewässer zu betreten. Andererseits braucht es eine gewisse Strömung, eine Mindestabflussmenge, um gescheit Goldwaschen zu können.»
Sein Fazit fällt entsprechend ernüchternd aus: «Die aktuelle Situation ist für mich als Goldsucher sehr frustrierend.»
2026 ist ein verlorenes Goldwasch-Jahr
Ob sich wegen der tiefen Wasserstände derzeit tatsächlich mehr Gold finden lässt, kann Patrick Süss nicht sagen. Er hält sich an die Empfehlungen der Behörden und verzichtet während der aktuellen Trockenperiode bewusst aufs Goldwaschen.
«Ich halte mich an die Empfehlungen und betrete die Gewässer während der aktuellen Niedrigwasserperiode nicht. Deshalb konnte ich keine eigenen Veränderungen bei den Goldfunden beobachten.»
Mehr Gold ist wegen des tiefen Wasserstands also nicht automatisch zu erwarten.
Grundsätzlich gelte ohnehin: Ob mehr Gold gefunden werde, hänge weniger vom Wasserstand als von den geologischen Gegebenheiten und den Ablagerungen im Flussbett ab.
Auch Markus Liechti bekommt die Trockenheit deutlich zu spüren.
«Ich bin in diesem Jahr bis jetzt nicht einmal halb so oft am Goldwaschen wie andere Jahre. 2026 wird goldwaschtechnisch ein wenig erfolgreiches Jahr.»
Auch die Hitze spiele eine Rolle. «Bei 35 Grad macht Goldwaschen – es ist sehr anstrengend – keine Freude. Da gehe ich lieber baden.»
Goldsucher blicken mit Sorge nach vorne
Die aktuelle Trockenheit ist kein lokales Phänomen. Nach den niederschlagsarmen vergangenen Monaten liegen die Pegel zahlreicher Schweizer Gewässer deutlich unter den langjährigen Durchschnittswerten.
Fachleute warnen, dass sich solche Trockenperioden mit dem Klimawandel künftig häufen könnten.
Auch die beiden Goldwäscher rechnen damit, dass sich ihr Hobby verändern wird.
Patrick Süss geht davon aus, dass sich Ablagerungen und damit auch Fundstellen verändern könnten. Gleichzeitig sei ein sorgfältiger Umgang mit der Natur wichtiger denn je.
«Goldsuche ist für mich viel mehr als nur das Finden von Gold – sie ist ein Naturerlebnis. Deshalb wünsche ich mir, dass wir auch in Zukunft mit Respekt gegenüber unseren Gewässern handeln. Dann können auch kommende Generationen dieses faszinierende Hobby erleben.»

Markus Liechti beurteilt die Zukunft des Hobbys deutlich pessimistischer.
«Es wird zunehmend schwierig werden dieses Hobby in der Schweiz noch ausüben zu dürfen.»
Sollten Trockenperioden und Einschränkungen weiter zunehmen, müsse man sich «Gedanken darüber machen, wo im Ausland die Bedingungen besser sind».











