Explosion bei Illnau: Betroffener rechnet mit 10'000 Franken Schaden
Bei der gestrigen Explosion in Illnau-Effretikon ZH wurde vieles beschädigt. Das «Schoggiland» steht vor Tausenden Franken Schaden. Doch wer soll das zahlen?

Das Wichtigste in Kürze
- In Illnau-Effretikon ZH sind gestern mehrere Hundert Kilogramm Sprengstoff explodiert.
- Die Druckwelle hat zahlreiche Häuser beschädigt und Fenster gesprengt.
- Der Inhaber des «Schoggiland» sieht sich nun mit hohen Kosten konfrontiert.
Beinahe so, als hätte eine Bombe eingeschlagen – so beschrieben Anwohnende gestern die Situation in Illnau-Effretikon ZH.
In einer Versuchs- und Schulungsanlage für Sprengmittel knallte es am Mittwoch heftig. Wie die Kantonspolizei Zürich mitteilte, ist die Ursache inzwischen geklärt: Die Firma wollte mehrere Hundert Kilogramm Sprengstoff kontrolliert abbrennen.
Stattdessen kam es zu einem Unfall: eine unkontrollierte Explosion mit erheblichen Folgen: Die Druckwelle beschädigte zahlreiche Gebäude, Dächer wurden eingedrückt, Fenster zerbarsten. Bei der Kantonspolizei Zürich sind über 70 Schadensmeldungen eingegangen.
Auch das «Schoggiland» in Illnau traf es schwer. Nun stellt sich die Frage, wer für die entstandenen Schäden aufkommt. Die Kantonspolizei Zürich hat Geschädigte dazu aufgerufen, sich zu melden.
«Acht bis zehn Tausend Franken»
«Wie gross der finanzielle Gesamtschaden ist, können wir noch nicht genau sagen», sagt Mohamad Chreif, Inhaber des «Schoggiland», am Morgen danach gegenüber Nau.ch.
«Ich schätze so acht bis neun, vielleicht auch zehn Tausend Franken», so Chreif. Mit mehreren Tausend Franken Schaden müsse er sicher rechnen. Die eigene Versicherung werde den Schaden wohl kaum übernehmen.
Für Chreif ist klar, dass die verantwortliche Firma für den Schaden aufkommen muss. «Ich muss nun Offerten wegen des Schadens einholen.»
Grosses Schaufenster massiv zerstört
Vom Chaos des Vortags ist im Laden inzwischen nur noch wenig zu sehen. Das Team hat kräftig angepackt. «Wir haben gestern noch aufgeräumt und geputzt», erzählt Chreif.
«Man hat einfach nicht mit einer solchen Explosion gerechnet», erzählt er. «Vor allem nicht in der Schweiz». Und weiter: «Das war unbeschreiblich, ein heftiger Knall. Wir hatten das Gefühl, das Haus bricht zusammen.»
Ein grosses Schaufenster wurde vollständig zerstört. «Der Schreiner war gestern da und hat Holzplatten montiert, damit niemand einbrechen kann», so Chreif. «Der Laden ist trotzdem geöffnet, der Eingang wurde nicht beschädigt.»
Auch andere Geschäfte in der Umgebung wurden in Mitleidenschaft gezogen. «Neben uns gibt es noch andere Geschäfte, unter anderem ein Lampenverkäufer. Da waren auch zwei Schaufenster kaputt.»
Kundschaft reagiert schockiert
Für den Familienbetrieb ist die Kundschaft zentral. Einige seien unmittelbar nach der Explosion vorbeigekommen. «Sie waren schockiert.»
Manche hätten ihren Besuch verschoben, andere seien trotzdem in den Laden getreten. «Es hat den Verkauf schon ein bisschen gehindert, das Chaos schreckt die Kundschaft natürlich ab», räumt Chreif ein.
Der Bereich rund um das zerstörte Schaufenster ist abgesperrt. «Da kommt niemand hin.» Und dennoch: «Heute haben wir wieder normal geöffnet.»
Erleichtert zeigt sich der Inhaber vor allem aus einem Grund: «Gott sei Dank stand niemand direkt im Laden.» Die Kasse befinde sich unmittelbar neben dem zerstörten Fenster. «Wenn da ein Mitarbeitender oder Kunde gestanden wäre...»
Die Glassplitter seien weit herumgeschleudert worden. «Ich war in einem anderen Raum, sonst hätte es mich wohl getroffen», so der Inhaber.
















