Experte: Stimmung in der Uhrenbranche «plötzlich ganz anders»

Keystone-SDA
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Zürich,

Die Stimmung in der Uhrenbranche hat sich mit dem Iran-Krieg in einem ohnehin nicht einfachen Umfeld schlagartig verschlechtert. «Plötzlich ist die Stimmung ganz anders als noch vor sechs Wochen», sagte Jean-Philippe Bertschy, Leiter Schweizer-Aktien-Research bei Vontobel, im Interview mit der Nachrichtenagentur AWP.

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Die Stimmung in der Uhrenbranche hat sich mit dem Iran-Krieg in einem ohnehin nicht einfachen Umfeld schlagartig verschlechtert. - keystone

«Auch wenn das Geschäft der Schweizer Uhrenhersteller im Nahen Osten lediglich zwischen 5 und 10 Prozent liegt: Der Markt ist stark gewachsen.» Jetzt würden viele Konsumenten zurückhaltend sein, grössere Einkäufe zu planen. Längerfristig sieht der Branchenkenner Bertschy aber keine grösseren Probleme: «Die Konsumenten vergessen immer ziemlich schnell.»

Auch mit Blick auf China bleibt der Vontobel-Analyst derweil sehr vorsichtig. In den vergangenen zwei Jahren sei der Umsatz mit Schweizer Uhren dort um 40 Prozent zurückgegangen, und das Konsumverhalten habe sich nicht gross verändert: «Die Chinesen kaufen zwar, aber viel weniger als früher. Der Wohlfühlfaktor fehlt.» Auch wenn Branchengrössen wie LVMH-Chef Bernard Arnault oder Swatch-Chef Nick Hayek von Belebungszeichen in China gesprochen haben, seien diese verhalten. «Der Konsum in China wird 2026 nicht explodieren», so die Prognose von Bertschy.

Auch in den USA ist die Entwicklung alles andere als rosig: Es gebe eine starke Korrelation zwischen den Bewegungen an den Finanzmärkten und US-Luxusgüterausgaben. Das Vontobel-Research habe immer davor gewarnt: Sobald die Tech-Schwergewichte nicht mehr so gut laufen, drohe auch den Ausgaben für Luxusgüter ein spürbarer Dämpfer. «Es ist noch nicht dramatisch, aber an den Finanzmärkten liegen die Nerven bereits blank.»

Die hiesigen Luxusgüter-Titel sind stark zurückgekommen. Die Aktie von Richemont verlor seit dem jüngsten Hoch bei 180 Franken Mitte Januar rund ein Fünftel an Wert, von Swatch seit dem Hoch bei über 204 Franken am 26. Februar – also vor dem Ausbruch des Iran-Kriegs – rund 14 Prozent.

Kommentare

User #2435 (nicht angemeldet)

In Interlaken gibt es fast nur Uhrengeschäfte, Hotels und Restaurants aus der ganzen Welt! Ich frage mich immer, wie überlebt man dort in einer grossen Krise?

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