Experte: Bräuchten monatelang Regen, um «Wasserdefizit» abzubauen
Laut einem Wasserforscher hat die Trockenheit in diesem Jahr Folgen bis in den nächsten Sommer. Dieser würde «mit einem gewissen Wasserdefizit starten».

Das Wichtigste in Kürze
- Weiterhin sind keine grossen Regenmengen in der Schweiz in Sicht.
- Doch laut einem Wasser-Experten müsste es monatelang regnen, damit sich die Speicher bis ins Frühjahr wieder füllen.
- Auch für den nächsten Sommer sieht er «keine gute Aussicht»
Seit Monaten ist es in der Schweiz viel zu trocken. Längere Regenphasen gab es diesen Sommer nicht.
Am Donnerstag und Freitag soll es zwar regnen. Doch: «Die grossen Mengen sind es aber nicht. Und es wird voraussichtlich auch nicht überall nass», erklärt Gaudenz Flury in der «SRF Meteo»-Ausgabe vom Dienstagabend.
Auch danach seien die grossen Regenmengen «überhaupt nicht in Sicht».
Dementsprechend tief sind weiterhin die Pegelstände von Seen und Flüssen sowie im Untergrund. Der niederschlagsarme Winter und der viel zu trockene Sommer haben zur Folge, dass sich bisher kaum neues Grundwasser bilden konnte.
«Riesige Wassermengen, die jetzt fehlen»
Wasserforscher Klaus Lanz, der ein unabhängiges Forschungs- und Beratungsinstitut in Evilard BE führt, fügt gegenüber SRF hinzu: «Gleichzeitig haben wir im heissen Sommer in grossem Masse Grundwasser entnommen. Und für die Trinkwasserversorgung, teilweise auch für die Landwirtschaft und andere Zwecke, verwendet.»
Das führe zu stetig sinkenden Grundwasserspiegeln. Lanz spricht von «riesigen Wassermengen, die jetzt fehlen. In den Flüssen, in den Seen und auch in der ganzen Landschaft und im Grundwasser.»
Lanz kritisiert den Umgang mit dem Wasser in diesem trockenen Sommer: «Wir haben so getan, als wäre es ein normaler Sommer und haben so viel genommen, wie wir gebraucht haben.»
Experte: Wasserdefizit wird bis nächsten Sommer anhalten
Dem Experten zufolge bräuchten wir nun monatelang Regen, um die Speicher bis zum Frühjahr wieder aufzufüllen. Doch ausgerechnet die Monate September und Oktober gehören sowieso zu den trockensten des Jahres.
Deshalb sagt Lanz: «Ich würde nicht davon ausgehen, dass wir bis zum nächsten Frühjahr unsere Wasserressourcen wieder auffüllen können. Da müssten wir schon sehr viel Glück haben, wenn das passiert.»
Doch auch für den nächsten Sommer sieht er «keine gute Aussicht»: «Wir werden in den nächsten Sommer schon mit einem gewissen Wasserdefizit starten.»
Lanz fordert vor diesem Hintergrund künftig einen sorgsameren Umgang mit Wasser und einen besseren Gewässerschutz. Es müsse «auf jeden Fall gehandelt werden».













