Am vergangenen Mitwoch wuchs die Flott der Helvetic Airways um ihre erste Embraer: Die E195-E2.
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Ein Embraer E190-E2 von Helvetic Airways. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Am Vergangenen Mittwoch verkündete Helvetic Airways den Erhalt eines neuen Flugzeugs.
  • Dabei handelt es sich um ihre erste Embraer E195-E2.

Die Schweizer Fluggesellschaft Helvetic gab am Mittwoch den Erhalt einer neuen Maschine bekannt. Sie hat nun ihre erste Embraer E195-E2.

Die Maschine des brasilianischen Herstellers landet heute Freitag in Zürich. Bis Ende Juli folgen die nächsten der insgesamt vier bestellten Maschinen des Typs.

Helvetic hatte bereits 2018 zwölf Maschinen bei Embraer bestellt. Acht Maschinen vom kleineren Typ E190-E2 sind bereits bei der Fluggesellschaft im Einsatz. Vergangenen Sommer kündigte das Unternehmen dann an, für die verbleibenden vier Flugzeuge auf eine grössere Variante, den E195, umzusteigen.

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Eine Embraer E190-E2 von Helvetic Airways im März in Kloten. - Keystone

Grössere Flugzeuge für mehr Flexibilität

Das Flugzeug hat eine maximale Passagierkapazität von 134 Personen, das sind 24 mehr als beim kleineren Typ. «Das gibt uns mehr Flexibilität», sagte Helvetic-CEO Tobias Pogorevc bei einer Medienveranstaltung am Mittwoch.

Gerade im Moment sei es oft so, dass Passagiere besonders knapp ihre Buchungen machen. Dann muss kurzfristig ein grösseres Flugzeug eingesetzt werden.

Helvetic Embraer
Eine Embaer E190-E2 von Helvetic am Flughafen Zürich. Es ist das kleinere der neuen Flugzeug-Typen. - Keystone

Das Flugzeug hat aber auch eine grössere Reichweite, die der Fluggesellschaft neue Märkte erschliesst. «Letzte Woche haben wir beispielsweise Fussballfans nach Baku transportiert», sagte Pogorevc. Ein solcher Flug in die Hauptstadt Aserbaidschans dauert über fünf Stunden.

Pläne, künftig Flüge über weitere Strecken in den Flugplan aufzunehmen, hat die Airline laut dem Chef allerdings nicht. «Das Potenzial ist da, aber wir konzentrieren uns im Moment vor allem auf die Nachfrage nach Charter-Einsätzen», sagte Pogorevc.

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Flugbegleiter der Fluggesellschaft Helvetic. - Helvetic

Dafür hat die Fluggesellschaft erst kürzlich auch Flüge ab Basel in ihr Portfolio aufgenommen. Laut Pogorevc sehe man dort grosses Potenzial: Die angebotenen Strecken Santorini, Jerez de la Frontera und Larnaca würden von dort aus noch von keiner anderen Fluggesellschaft bedient.

Streit um Swiss-Vertragsflüge

Für die sogenannten Wetlease-Flüge, die Helvetic im Auftrag der Swiss durchführt, komme der neue Flugzeugtyp hingegen nicht zum Einsatz. Die Verträge mit der Swiss seien für den kleineren Typ E190 geschlossen worden, sagte Pogorevc.

Die Wetlease-Verträge zwischen Helvetic und der Swiss waren erst vor kurzem wieder heftig in die Kritik geraten. Die Gewerkschaft des Kabinenpersonals monierte, dass die Swiss noch immer Helvetic in ihrem Auftrag fliegen lasse. Gleichzeitig würden eigene Leute entlassen.

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Helvetic-CEO Tobias Pogorevc posiert im März in einer neuen Embraer-E190-Machine. - Keystone

Als die Swiss kürzlich bekanntgab, dass sie rund 550 Mitarbeitende entlässt und die Flotte verkleinert, wurde denn auch betont: Die Anzahl der durch Helvetic operierenden Flugzeuge werde im Vergleich zu denjenigen der Swiss überproportional reduziert.

Am Vertrag mit der Swiss kann jedoch nicht gerüttelt werden. Dies ging aus einem Ende Mai veröffentlichten Interview mit Pogorevc in der «Handelszeitung» hervor.

«Nachfrage steigt stark an»

Trotz aller Widrigkeiten, denen die Flugbranche zurzeit ausgesetzt ist, glaubt Pogorevc an das Potenzial für den gesamten europäischen Markt. Die Rückkehr zur Normalität sei zwar langsamer als in den USA oder in Asien, aber: «Wir sehen, dass die Nachfrage stark ansteigt», erklärte er. Für einen grossen Reiseanbieter habe man sogar bereits den neuen Flugzeugtyp reservieren müssen, um der hohen Buchungsauslastung gerecht zu werden.

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Sicherheits- und Corona-Informationen in einem neuen Flugzeug von Helvetic Airways im März. - Keystone

Auch steige die Nachfrage nach umweltfreundlichen Transportmöglichkeiten, so sei der Zug innerhalb Europas derzeit eine wichtige Konkurrenz. Aber der E195-E2 weise einen um 25 Prozent niedrigeren Treibstoffverbrauch - gerechnet pro Sitz - auf als seine Vorgängermodelle. Durch den Zukauf werde die Fluggesellschaft zu einer der nachhaltigsten in Europa, sagte der Chef.

Dennoch will die Airline vorerst offenbar noch nicht weiter ausbauen. Von den Kaufoptionen auf zwölf weitere Embraer-Jets werde aktuell kein Gebrauch gemacht. Für diese Entscheidung bleibe aber auch noch etwas Zeit, sagte Pogorevc.

Den ersten kommerziellen Flug mit der neuen Maschine führt Helvetic am 10. Juli durch. Dann geht es von Basel auf die griechische Insel Santorini.

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