Stadt Zürich

Eine Ausstellung zeigt, was eigentlich nicht gezeigt werden kann

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Zürich,

Das Museum für Gestaltung Zürich zeigt, wie Digitalisierung und KI die Zukunft von Museen prägen könnten.

Museum
Das Museum für Gestaltung. (Archivbild) - keystone

Es gibt Gegenstände, die lassen sich nicht oder nur schwer im Museum ausstellen. Wie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz dies künftig ändern können, das zeigt nun das Museum für Gestaltung Zürich in seiner neuen Jubiläumsausstellung «Museum of the Future». Seit 150 Jahren gibt es das Museum für Gestaltung Zürich.

Zu seinem Jubiläum blickt es mit seiner neuen Ausstellung in die Zukunft und veranschaulicht anhand 17 interaktiver Experimente, wie neue Technologien Zugang zu sonst nicht ausstellbaren Museumsexponaten verschaffen. Denn die Herausforderung vieler Museen ist, dass die Objekte «zu gross, zu fragil» oder «aus konservatorischen Gründen» nicht zugänglich sind, wie das Museum in einer Mitteilung schreibt.

So ist auch die Künstliche Intelligenz Teil der Ausstellung «Museum of the Future – 17 digitale Experimente». Im ersten Teil der Ausstellung entschlüssele diese beispielsweise verkohlte Schriftrollen aus der antiken Stadt Herculaneum. Oder sie mache Briefe des Schweizer Reformators Heinrich Bullinger sichtbar.

KI entdeckt verborgene Details

Die Ausstellung dürfte insbesondere die Diskussion um digitale Rekonstruktion anregen. Ein Höhepunkt der Schau sei die digitale Kopie des Panoramas der Schlacht bei Murten.

Das Ölgemälde aus dem 19. Jahrhundert wurde nur wenige Male und letztmals an der Expo.02 ausgestellt und ist für seine gigantische Darstellung der mittelalterlichen Schlacht bekannt: 100 Meter lang und 10 Meter hoch ist das originale Rundbild des deutschen Malers Louis Braun.

Die Kopie, die laut Mitteilung 1,6 Billionen Pixel hat, sei das aktuell grösste digitale Bild weltweit. Erschaffen wurde es vom Labor für experimentelle Museologie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne. Besucherinnen und Besucher können mit einem Joystick im hochaufgelösten Bild scrollen und zoomen, und so kleinste Details bis auf den Pinselstrich erkennen.

Digitales Erlebnis trifft auf physische Realität

Auf die Frage, ob Museumsexponate durch die Digitalisierung eines Tages obsolet sein werden, schrieb der Kurator und Museumsdirektor Christian Brändle: «Ein Original ist durch nichts zu ersetzen. Aber dank digitalen Mitteln kann es vielseitig und spielerisch erlebbar gemacht werden und so das Publikum zu einer mehrdimensionalen Auseinandersetzung verführen».

Auch mit Massstäben spielt die Ausstellung, die ab Freitag bis Anfang Februar läuft und mit digitaler Unterstützung Unsichtbares zugänglich macht. Dazu gehören etwa ein nie realisierter Bau des Architekten und Künstlers Le Corbusier oder Insektendetails, die von blossem Auge nicht erkennbar wären.

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