Immer mehr Schweizer verzichten auf Neuwagen mit reinen Verbrennungsmotoren. Demgegenüber boomen E-Autos – auch ohne staatliche Förderung.
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Im Jahr 2020 waren in der Schweiz rund 20'000 E-Autos registriert. - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Immer mehr Schweizer setzen auf E-Autos.
  • Nur wenige Kantone fördern diesen Entschluss.
  • Demgegenüber nimmt die Beliebtheit an reinen Verbrennungsmotoren stetig ab.

Schweizer kaufen immer öfters Elektroautos. Anders als in Deutschland müssen sie auf staatliche Unterstützung aber verzichten. Letztes Jahr war fast jeder siebte Neuwagen ein reiner Stromer.

Und während Tesla & Co. an Beliebtheit zulegten, nahm das Interesse der Kundschaft an reinen Verbrennungsmotoren deutlich ab.

Das E-Auto weist in der Schweiz einen Marktanteil von über 13 Prozent bei den Neuwagen auf. Damit bewegt es sich etwa auf dem Niveau von Deutschland. Dabei sind dort die Rahmenbedingungen auf den ersten Blick besser: Käufer erhalten umgerechnet bis zu 9300 Franken Zuschuss.

Thurgau, Schaffhausen und Tessin fördern E-Autos

Schweizer können von solchen Beträgen nur träumen. Basel-Stadt erstattet zwar maximal 5000 Franken beim Kauf eines E-Autos zurück, allerdings nur an Unternehmen.

Thurgau förderte Elektroautos mit 2000 Franken, Schaffhausen und Tessin ebenfalls. Die meisten Kantone kennen aber keine Förderung. Viele geben nicht mal einen Steuerbonus.

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Durch die Umstellung des Autoverkehrs auf Elektro sehen sich die Versicherer ganz neuen Risiken ausgesetzt. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa - dpa-infocom GmbH

Warum ist der Marktanteil in beiden Ländern gleich hoch? Das E-Auto habe in Deutschland gegenüber der Schweiz ein paar Nachteile, sagt Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research. Einerseits sei der Strom viel teuer, andererseits gebe es in Deutschland immer noch Steuerprivilegien auf Dieselkraftstoffe. Zudem dürfte die höhere Kaufkraft in der Schweiz eine Rolle spielen.

Kommt dazu, dass in Deutschland auch Plug-in-Hybride - also Fahrzeuge mit E- und Verbrennungsmotor - ebenfalls von hohen Förderprämien profitieren. «Ungünstige staatliche Förderungen und Energiepreise legen dem vollelektrischen Auto die Bremse an», kommentiert Dudenhöffer.

Problem bei den Heimladestationen

Bald dürften Förderungsgelder überflüssig sein. Demnach dürften Elektrolimousinen und SUVs ab 2026 in der Herstellung günstiger sein als Benziner, Kleinwagen ein Jahr später. Als Hauptgrund dafür nennt T&E fallende Batteriekosten und dezidierte Produktionslinien für E-Autos.

Eine staatliche Kaufprämie fordert der Verband Swiss eMobility darum nicht. Deren Geschäftsführer Krispin Romang sieht eher ein Problem bei den Heimladestationen. «Für Mieter, Stockwerkeigentümer und Zonenparkierer sind die Hürden für die Heimladung noch zu hoch.»

europäischer rechnungshof
Die Schweiz bleibt im Winter ein Nettoimporteur und im Sommer ein Nettoexporteur. - DPA

Der Verband will darum auch über den politischen Weg Mietern und Stockwerkeigentümer die Möglichkeit zu einer Heimladestation verschaffen. Der Bundesrat unterstützt dieses Vorhaben jedoch nicht.

Die Dominanz der Verbrennungsmotoren am Neuwagenmarkt schwindet von Jahr zu Jahr. 2021 machten Benziner noch 42 Prozent aller verkauften Neuwagen in der Schweiz aus. Im Jahr zuvor waren es noch 50 Prozent.

Der Trend geht zu alternativen Antrieben. Romang warnt darum: «Wer heute noch ein Verbrenner kauft, wird ein nie dagewesener Preiszerfall seines Fahrzeuges erleiden.»

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