Dutzende Parlamentarier pochen auf schwarze Liste für Kita-Personal
Sexuelle Übergriffe in Kindertagesstätten bewegen das Parlament. Die Zürcher SVP-Nationalrätin Nina Fehr Düsel und 60 weitere Nationalratsmitglieder aus allen Fraktionen fordern eine nationale schwarze Liste für das Betreuungspersonal. Der Bundesrat arbeitet an einem Bericht zum Thema.

Die schwarze Liste soll dazu beitragen, künftige sexuelle Übergriffe auf kleine Kinder zu verhindern. Fehr Düsel erinnert daran, dass die Erziehungsdirektorenkonferenz ein solches Verzeichnis von Lehrkräften führt, denen aufgrund von Straftaten wie Sexualdelikten die Lehrbefugnis entzogen worden ist.
Es soll verhindern, dass die aufgeführten Lehrkräfte ihre Tätigkeit in anderen Kantonen ausüben. Eine ähnliche Liste für Betreuerinnen und Betreuer von Kitas könnte laut Fehr Düsel helfen, sexuelle Übergriffe an Kleinkindern zu verhindern.
Kleinkinder seien nicht in der Lage, sich zu wehren. Selbst wenn Kinder oder ihre Eltern solche Vorfälle meldeten, ergäben sich oft rechtliche Probleme im Zusammenhang mit der Beweisführung. Die Traumata, die die kleinen Opfer in Kitas erlitten, könnten jedoch lange anhalten und langfristige Folgen haben, betont Fehr Düsel.
Der Bundesrat will nicht vorschnell handeln. In seiner am Donnerstag veröffentlichten Antwort auf die Motion weist er auf seine Arbeit an einem Bericht über sexuellen Missbrauch an Minderjährigen hin. Das Thema werde in verschiedenen Sozialisationskontexten untersucht, insbesondere im Bereich der familienergänzenden Betreuung. Geprüft wird zudem die Möglichkeit, schwarze Listen einzurichten.
Der Bericht soll spätestens Ende 2027 vorliegen, und der Bundesrat möchte ihm nicht vorgreifen. Er beantragt deshalb ein Nein zur Motion.






